Wanderstöcke nehmen bergab Last von den Knien, und das entscheidet über den zweiten Tourentag. Die Modelle hier ziehen teleskopisch bis 135 cm aus, ein Salewa-Stock bis 140 cm, und die Faltmodelle gehen auf 38,5 cm zusammen. Die Rohre bestehen aus Aluminium 6061 und 7075, aus Carbonfaser oder aus einer Bambus-Aluminium-Kombination, die Spitzen meist aus gehärtetem Stahl, am Carbonmodell aus Wolframkarbid.
Für welche Tour welcher Stock
Auf der Tagestour zählt, wohin der Stock soll, wenn man ihn nicht braucht. Faltmodelle mit 38,5 cm Packlänge verschwinden im Tagesrucksack.
Bei langen Abstiegen mit Gepäck geht es um den Griff. Kork nimmt Handschweiß auf und liegt auch nach Stunden noch trocken in der Hand. Ein Anti-Shock-System, das den Stoß auf harter Piste abfedert, führt hier allerdings nur ein einzelnes Einstiegsmodell aus Aluminium 6061. Wer früh startet, findet die Stirnlampe dazu im Campingzubehör.
Für Nordic Walking auf Asphalt braucht die Spitze einen Gummiaufsatz. Vier Modelle nennen im Lieferumfang Gummispitzen und austauschbare Trekkingplatten, dazu eine Tasche, bei einem davon eine Hülle.
Was am Stock den Unterschied macht
Das Rohrmaterial legt Gewicht und Bruchverhalten fest. Aluminium 6061 verbiegt unter Last eher, als dass es bricht. Aluminium 7075 hält bei dünnerer Wandstärke mehr aus, ein Profil von 16/14/12 mm bleibt dabei steif.
Danach hängt alles an den Klemmen. Fünf Modelle führen dazu eine Angabe, stabile Verschlüsse oder Verriegelungen, bei dreien aus Aluminium; ein Modell verstellt sich automatisch. Die Spitze aus gehärtetem Stahl greift auf Fels und gefrorenem Boden, Wolframkarbid hält länger. Was nachts über dem Kopf steht, liegt bei den Zelten.
Rohr und Faltprinzip gegenübergestellt
| Merkmal | Wirkung | Für wen |
| Aluminium 6061 | verbiegt eher als zu brechen, günstiger Einstieg | gelegentliche Touren |
| Aluminium 7075, dreiteilig, 16/14/12 mm | fester bei dünnerem Rohr, bleibt unter Last steif | Bergtouren mit Gepäck |
| Carbonfaser, 80 % 3K | leichtestes Rohr, empfindlich am Fels | lange Etappen, Gewichtsbewusste |
| Faltstock, 38,5 cm gepackt | passt quer in den Tagesrucksack, trotzdem bis 135 cm verstellbar | Klettersteig, Reise, Lauftraining |
| Teleskopstock, bis 135 cm, ein Modell bis 140 cm | Länge im Gehen anpassbar | wechselndes Gelände, mehrere Nutzer |
Länge einstellen und Stock pflegen
Die Grundlänge stimmt, wenn der Unterarm bei aufgesetzter Spitze waagerecht steht und der Ellbogen einen rechten Winkel bildet. Bergauf werden beide Stöcke um eine Handbreit gekürzt, bergab um dieselbe Strecke verlängert. Die Teleskopmodelle ziehen dafür bis 135 cm aus, der Salewa Puez lässt sich zwischen 105 und 140 cm einstellen. Nach einer nassen Tour werden die Segmente auseinandergezogen und getrocknet, sonst setzt sich Feuchtigkeit im Klemmbereich fest und der Verschluss rutscht.
Wann der Stock wirklich zählt
Am meisten bringt er dort, wo der Untergrund nachgibt oder steil abfällt: im Geröll bergab, beim Queren eines Bachs, auf nassem Wurzelwerk. Auf der ebenen Forststraße ist er eher Ballast, und dann entscheidet das Packmaß darüber, ob er trotzdem mitkommt.
Wer die Stöcke baut
Nils Camp trägt das Regal fast allein, Salewa ergänzt punktuell. Ersatzspitzen kosten wenige Euro, der Schwerpunkt bei den Stöcken liegt um 40 Euro. Der Sitzplatz für die Rast steht bei den Campingstühlen, der Überblick über den Rest in der Ausrüstung. Für Trainer, Wiederverkäufer und Gewerbetreibende gelten Sonderkonditionen.
Was Wanderer vor dem Kauf wissen wollen
Welche Stocklänge ist richtig?
Als Richtwert gilt der rechte Winkel im Ellbogen bei aufgesetzter Spitze. Für die meisten Erwachsenen liegt der Wert spürbar unter den 135 cm, die die Modelle hier maximal ausziehen, der Verstellbereich reicht also aus. Auch die Faltmodelle sind teleskopisch verstellbar, das Packmaß von 38,5 cm ändert daran nichts.
Kork oder EVA-Schaum am Griff?
Im Regal stehen beide Varianten: ergonomisch geformte Korkgriffe und Kombinationen aus Kunststoff, Kork und einem langen EVA-Schaumbereich. Der lange Schaum unterhalb des Griffs ist das Detail, das im Steilstück zählt, weil man ohne Verstellen einfach tiefer greift.
Wozu die Teller unten am Stock?
Der Teller mit 50 mm Durchmesser hält den Stock davon ab, in Schnee, Sand oder weichem Moor einzusinken. Auf festem Weg kann er ab, im Gelände gehört er dran. Bei mehreren Modellen sind die Trekkingplatten austauschbar und liegen dem Stock bei.
Kauft man Wanderstöcke einzeln oder im Paar?
Im Regal liegt der Großteil als Paar. Wo der Hersteller ein Gewicht je Stock angibt, liegt es zwischen 200 und 312 g, die übrigen Modelle nennen nur das Paargewicht von 459 bis 661 g. Zwei Stöcke verteilen die Last gleichmäßig und stabilisieren beim Queren im Hang. Einzeln greift, wer nur eine Entlastung an einem Knie sucht.