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Barfußschuhe lassen dem Fuß seine eigene Bewegung: dünne, biegsame Sohle, Platz für die Zehen, keine Sprengung. Ferse und Vorfuß liegen auf einer Höhe (Zero Drop). Hier stehen über 400 Paare für Damen, Herren und Kinder. 350 davon laufen als Freizeitschuh, 69 als Sportschuh; gut die Hälfte des Sortiments sind Sneaker für den Alltag.



Was beim Umstieg zählt


Wer aus gedämpften Schuhen kommt, spürt zuerst die Sohle. Je dünner sie ist, desto mehr Rückmeldung gibt der Untergrund, und desto stärker arbeiten Fußmuskulatur und Wade mit. Deshalb beginnt der Umstieg mit kurzen Wegen und steigert sich über Wochen. Ein zweites Merkmal ist die Zehenbox: Im Vorfuß soll so viel Platz sein, dass die Zehen im Stand auseinandergehen.



Die Modellgruppen im Überblick








ModellgruppeMerkmalPassend für
Sneaker (222 Paare)weiches Obermaterial, dünne SohleStadt, Büro, tägliche Wege
Sportschuh (69 Paare)fester Sitz, griffige LaufsohleTraining, Kraftraum, Trail
Travelschuh (9 Paare)sehr leichte BauformReisegepäck, Zweitpaar
Stiefel und Winterschuh (6 Paare)höherer Schaft, geschlossennasse und kalte Wege


Wer damit anfängt


Am häufigsten steigen Menschen um, die den ganzen Tag stehen oder gehen und im engen Schuh Druckstellen am Vorfuß bekommen. Für sie ist ein Alltags-Sneaker aus dem Sortiment von Groundies oder BeLenka der Einstieg. Wer im Büro etwas Zurückhaltenderes braucht, findet bei Josef Seibel und Bär Modelle aus Glattleder und Veloursleder. Die passende Bekleidung steht nebenan, für Herren gesondert die Bekleidung Herren. Weil Kinderfüße sich nach dem Schuh formen, zählt vorn der Platz; Modelle gibt es ab Größe 22, also ab dem Kindergartenalter.



Hersteller und Preislagen


Die größten Linien im Sortiment sind Ballop, Blusun, Merrell, Groundies und Leguano. Blusun und Bär liefern die Ledermodelle in Glatt- und Veloursleder, Groundies und Grand Step Shoes die Strickmodelle, Leguano die leichten Slipper. Dazu kommen BeLenka, UYN, Saguaro, Xero Shoes und Josef Seibel. Das Sortiment beginnt bei knapp 30 Euro, die Mitte liegt um 100 Euro, nach oben endet es knapp jenseits der 200 bei einer Stiefelette aus Kalbnappaleder. Die übrigen Bauformen stehen in der Übersicht aller Schuhe. Es gelten Sonderkonditionen für Trainer, Wiederverkäufer und Gewerbetreibende.



Länge, Breite und Pflege


Gemessen wird im Stehen auf einem Blatt Papier, beide Füße, am späten Tag. Zur längeren Fußlänge kommt vorn eine Zugabe, damit die Zehen beim Abrollen Platz haben; wie viel es sein soll, steht in der Größenberatung des jeweiligen Herstellers. Weil viele Modelle vorn breit und an der Ferse schmal geschnitten sind, lohnt der Blick auf die Breitenangabe des Herstellers ebenso wie auf die Länge. Dünne Socken mit wenig Naht stören das Fußgefühl am wenigsten.



Wenn es nass und kalt wird


Eine dünne Sohle leitet Kälte, im Winter wird das auf langen Wegen spürbar. Dagegen helfen Stiefel mit höherem Schaft, dickere Wollsocken oder eine herausnehmbare Wollsohle. In den warmen Monaten kehrt sich das um, dann sind luftige Strick- und Textilmodelle gefragt.



Fragen zum Umstieg


Wie lange dauert die Gewöhnung?


Das hängt davon ab, wie lange gedämpfte Schuhe getragen wurden. Üblich sind einige Wochen, in denen die Tragezeit langsam wächst. Ziehen in der Wade oder unter dem Fußgewölbe ist ein Zeichen, das Pensum vorerst nicht weiter zu steigern.


Sind Barfußschuhe für Kinder geeignet?


Kinderfüße sind weich und formen sich nach dem Schuh, deshalb ist Platz für die Zehen dort besonders wichtig. Modelle für Kindergarten und Schule gibt es ab Größe 22. Die Länge sollte alle paar Monate nachgemessen werden, weil Kinder Enge selten melden.


Kann man damit laufen oder trainieren?


Ja, 69 Paare sind als Sportschuh geführt, vom Hallen- und Krafttraining bis zu Minimal-Laufschuhen für Trail und Natural Running. Beim Laufen gilt dasselbe wie im Alltag: erst kurze Strecken, dann steigern. Der Fuß muss die Arbeit übernehmen, die vorher die Dämpfung geleistet hat.


Was bedeutet die breite Zehenbox?


Der Schuh ist im Vorfuß so geschnitten, dass die Zehen im Stand fächerförmig auseinandergehen. Das ändert die Optik: Barfußschuhe wirken vorn kantiger als klassische Sneaker mit spitzem Zuschnitt. Für den Halt sorgt die schmalere Ferse.