Sportnahrung deckt hier die Verpflegung rund um die Einheit ab: Riegel, Gele, Pulver, flüssig abgefüllte Getränke, Kapseln und Brausetabletten. Rund 130 Artikel verteilen sich auf diese sechs Formen, und etwas mehr als die Hälfte davon sind Pulver. Unterteilt ist der Bereich nach Form und Zweck; über den Filter „Anwendung“ lässt sich zusätzlich nach vor, während und nach der Belastung eingrenzen.
Was den Ausschlag gibt
Die erste Frage ist nicht, was am meisten liefert, sondern was der Magen unter Belastung noch annimmt. Je höher das Tempo, desto weniger Verdauungsarbeit bleibt übrig, und feste Nahrung liegt dann schwerer als flüssige. Deshalb greifen viele im Wettkampf zu Energie-Gel und im ruhigen Dauerlauf zum Energie-Riegel.
Dazu kommt die Handhabung. Ein Beutel, der sich mit einer Hand aufreißen lässt, wird unterwegs auch benutzt; eine Packung mit Folie und Zipper bleibt in der Tasche. Pulver braucht dagegen Wasser, eine Flasche und einen Moment Ruhe, liefert dafür jede Portionsgröße, die man einstellen will.
Am schwersten wiegt die Gewöhnung. Was im Wettkampf funktionieren soll, gehört vorher ins Training, mit derselben Marke, demselben Geschmack und derselben Menge. Wer erst am Wettkampfmorgen ein unbekanntes Gel probiert, verlegt das Risiko genau dorthin, wo es am teuersten wird. Bei täglicher Einnahme lohnt der Blick auf Koffein und Süßungsmittel in der Zutatenliste, weil beides über den Tag zusammenkommt.
Riegel, Gel oder Pulver: was welche Form leistet
| Form | Was sie ausmacht | Für wen |
|---|---|---|
| Riegel | Feste Form zum Kauen, sättigt spürbar und übersteht die Trikottasche | ruhige lange Läufe und die Stunde vor dem Start |
| Gel | Kleine Portion, ohne Kauen zu schlucken, einhändig zu öffnen | Wettkampf und alles, was zügig gelaufen wird |
| Pulver | Wird selbst angerührt, Menge und Konzentration frei wählbar, größter Block im Sortiment | wer regelmäßig trainiert und auf Vorrat kauft |
| Getränke | Flüssig abgefüllt, trinkfertig in der 500-ml-Flasche oder als Konzentrat und Ampulle zum Verdünnen, nichts anzurühren, dafür Gewicht im Gepäck | Wettkampftag, Turnierbank, unterwegs |
| Kapseln | Feste Dosierung ohne Geschmack, unabhängig von Wasser und Zeitpunkt | wer täglich etwas Bestimmtes einnimmt |
| Taps | Brausetabletten für die Trinkflasche, eine Tablette auf 500 bis 750 ml Wasser, Elektrolyte statt Kohlenhydrate | wer Mineralstoffe will, ohne Zucker zu trinken, und keine Pulverdose mitnehmen mag |
Vom Trainingslauf bis zum Wettkampftag
Wer für einen Halbmarathon oder länger trainiert, braucht vor allem etwas für unterwegs und etwas für die Flasche. Die Energie-Getränke decken den Bedarf während der Einheit, das passende Pulver dazu steht im selben Regal und lässt sich dünner ansetzen, wenn es heiß ist.
Nach harten Einheiten geht es um die Zeit danach. Ein Energie-Shake im Anschluss ist für viele bequemer als eine Mahlzeit, die erst gekocht werden will, und wer neben dem Laufen im Kraftraum arbeitet, findet bei den Power-Produkten die Proteinseite des Sortiments.
Und wer nicht auf eine Zielzeit hinläuft, sondern dreimal die Woche unterwegs ist, kommt mit deutlich weniger aus. Für diesen Fall steht die Auswahl bei Fit & Well, wo Mikronährstoffe und leichtere Produkte zusammenliegen.
Fünf Hersteller teilen sich das Regal
Sponser stellt mit knapp der Hälfte der Artikel die größte Marke im Regal und deckt von Getränkepulver bis Kapseln jede Form ab. PowerBar ist im Riegel- und Gelbereich stark vertreten, Brandl steuert Pulver und Kapseln bei, Dymatize kommt aus dem Kraftsport und liefert die Proteinseite, Xenofit ergänzt bei den Getränken. Preislich reicht die Spanne von unter fünf Euro für die Einzelportion bis zur großen Pulverdose jenseits der hundert Euro, wobei der größte Teil im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich liegt, weil Gebinde häufiger sind als Einzelportionen. Für Trainer, Wiederverkäufer und Gewerbetreibende gibt es Sonderkonditionen. Die übrigen Bereiche für Läufer stehen eine Ebene höher im Running-Sortiment.
Gebindegröße, Portion, Lagerung
Riegel und Gele gibt es einzeln und im Karton, Pulver von der Probierportion bis zur Dose für mehrere Wochen. Wer eine Marke noch nicht kennt, kauft einzeln und steigt erst um, wenn Geschmack und Verträglichkeit stimmen. Die Dosierung steht auf der Packung und richtet sich nach Produkt und Anwendung, geschätzte Löffel führen bei Pulver schnell zu einer Konzentration, die im Lauf schwer im Magen liegt.
Gelagert wird trocken, kühl und dunkel, also nicht im Auto und nicht neben dem Herd. Angebrochene Dosen bleiben fest verschlossen, weil Pulver Feuchtigkeit zieht und verklumpt. Riegel werden im Kalten hart und lassen sich dann kaum kauen, weshalb sie im Winter besser in die Innentasche wandern als in den Gürtel.
Sommerhitze und Wettkampfwochen
Im Sommer verschiebt sich fast alles zum Trinken. Bei Wärme wird früher und öfter zur Flasche gegriffen, Getränkepulver und trinkfertige Flaschen gehen dann deutlich häufiger über den Tisch als Riegel, die in der Hitze weich werden. In der kalten Jahreszeit kehrt sich das um. Feste Formen sind dann angenehmer, und die Trinkmenge sinkt, obwohl der Bedarf bleibt.
Rund um die Straßenläufe im Frühjahr und Herbst zieht die Nachfrage nach Gel und Wettkampfgetränk an, weil dann viele denselben Plan verfolgen. In den ruhigen Grundlagenwochen dazwischen rücken Regeneration und Mikronährstoffe nach vorn.
Fragen rund um die Einnahme
Was nimmt man auf einem Halbmarathon mit?
Meist ein bis zwei Gele in der Hosentasche und etwas zu trinken, sofern unterwegs keine Verpflegung steht. Riegel sind bei diesem Tempo für viele zu fest. Entscheidend ist, dass genau diese Kombination vorher im Training funktioniert hat und nicht am Wettkampftag zum ersten Mal probiert wird.
Riegel oder Gel, was liegt leichter im Magen?
Das Gel, weil es kaum Verdauungsarbeit auslöst: wenig Fett, wenig Ballaststoffe. Konzentriert ist es trotzdem, deshalb gehört Wasser dazu, sonst liegt es zäh im Magen. Der Riegel sättigt länger und passt besser vor dem Start oder in ruhige Läufe, in denen der Magen noch mitarbeitet.
Wie setzt man Getränkepulver an?
Nach der Angabe auf der Packung, denn jede Rezeptur ist anders dosiert. Bei Hitze rührt man eher dünner an und trinkt dafür mehr. Reihenfolge und Menge stehen auf der Packung; wer das Pulver in die schon gefüllte Flasche gibt und kräftig schüttelt, bekommt weniger Bodensatz.
Braucht man als Läufer Proteinpulver?
Notwendig ist es nicht, wer sich ausgewogen ernährt, deckt den Bedarf über das Essen. Praktisch wird es, wenn nach einer späten Einheit keine Mahlzeit mehr passt oder Krafttraining dazukommt. Dann ist der Shake schlicht die bequemere Portion, kein Ersatz für die Küche.
Worin unterscheiden sich Kapseln und Taps?
Kapseln werden geschluckt und geben ihren Inhalt erst später frei, sie eignen sich für die tägliche Einnahme zu Hause. Taps werden dagegen nicht geschluckt, sondern aufgelöst: eine Brausetablette in 500 bis 750 ml Wasser, fertig ist ein kalorienarmes Elektrolytgetränk für die Flasche.