Tennisgriffbänder gibt es hier in über 500 Ausführungen, und die erste Entscheidung fällt nicht bei der Marke, sondern beim Typ: gut zwei Drittel des Sortiments sind Overgrips, die über den bestehenden Griff gewickelt werden, der Rest sind Basisbänder, die den Originalgriff ersetzen. Darüber liegt die zweite Frage, nämlich was das Band leisten soll. Griffigkeit, Schweißaufnahme und Dämpfung lassen sich nicht gleichzeitig maximieren.
Dicke und Klebeschicht
Ein Basisband wird direkt auf den nackten Griff geklebt und ersetzt das, was ab Werk am Schläger war. Es ist deutlich dicker, trägt den Umfang auf und bestimmt das Grundgefühl. Ein Overgrip liegt darüber, ist dünn, wird nicht verklebt, sondern am Ende mit einem Finishband fixiert, und ist als Verbrauchsmaterial gedacht. Wer den Griff nur auffrischen will, braucht kein Basisband.
An der Oberfläche trennen sich zwei Schulen. Klebrige Bänder haften an der trockenen Hand und geben viel Rückmeldung, werden aber bei Schweiß glatt. Trockene, raue Bänder saugen Feuchtigkeit auf und bleiben griffig, wenn die Hand nass ist, fühlen sich dafür zu Beginn weniger haftend an. Perforationen und Prägungen leiten Schweiß ab und verbessern die Haftung bei Nässe; manche perforierten Bänder sind dabei ausdrücklich auf Haltbarkeit ausgelegt.
Bleibt die Abwägung zwischen Dämpfung und Rückmeldung. Dickere, geschäumte Bänder nehmen Schlagimpulse aus dem Arm, verschlucken aber die Information über den Treffpunkt. Dünne Bänder machen das Gegenteil: man spürt jeden Ball, bekommt dafür mehr Härte in die Hand. Wer zwischen beidem schwankt, findet in den Pacific Overgrips die üblichen Mittelwege.
Die Hauptvorteile im Vergleich
| Hauptvorteil | Wirkung am Griff | passt zu |
| Allround | ausgewogen zwischen Haftung und Saugfähigkeit | die meisten Spieler, zwei Einheiten pro Woche |
| Griffigkeit | klebrige Oberfläche, direkte Rückmeldung | trockene Hände, Hallensaison |
| Schweißabsorption | nimmt Feuchtigkeit auf, bleibt bei Nässe rau | Sommerhitze, lange Matches |
| Schockabsorption und Komfort | dämpft Schlagimpulse, baut Umfang auf | empfindliche Arme, steife Rahmen |
| Haltbarkeit | festere Oberfläche, hält mehr Einheiten | Vielspieler, Trainerbetrieb |
| direktes Griffgefühl | sehr dünn, kaum Aufbau am Griff | wer die Griffstärke nicht verändern will |
Von der Blase zur Turnierroutine
In der Praxis laufen fast alle Fälle auf wenige Ausgangslagen zu. Der Schläger rutscht im Sommer durch die Hand: dann hilft kein klebriges Band, sondern ein saugendes, und die trockenen Varianten aus den Tourna Overgrips sind genau dafür gedacht. Oder der Originalgriff ist hart und abgewetzt, und ein Overgrip darüber kaschiert das nur. Dann kommt der alte Griff herunter und ein frisches Band aus den Head Basisbändern darauf, was den Schläger für wenig Geld wieder neu anfühlen lässt. Meldet sich nach dem Spiel der Arm, geht es um Dämpfung: Bänder mit Schwerpunkt Schockabsorption und Komfort, rund 60 Artikel im Sortiment, nehmen einen Teil der Schläge aus dem Handgelenk, etwa die auf Komfort ausgelegten Modelle der MSV Overgrips. Wer Blasen bekommt, hat meist zu dünn gewickelt oder ein Band mit zu wenig Grip, sodass die Hand nachgreifen muss.
Wickeln, Griffstärke und Wechselrhythmus
Gewickelt wird von unten nach oben, mit wenigen Millimetern Überlappung und gleichmäßigem Zug. Zu locker gewickelt wirft das Band Falten, zu straff reißt es an der Perforation. Oben schließt das Finishband ab, bei Basisbändern übernimmt das die Abschlussklebung.
Die Griffstärke läuft in Europa üblicherweise von L0 bis L5 und steigt je Stufe um rund drei Millimeter Umfang. Ein Overgrip baut darauf auf: eine Lage bleibt meist unauffällig, zwei Lagen landen schnell eine Stufe höher. Wer einen Rahmen in L2 gekauft hat und zwei Bänder wickelt, spielt praktisch L3. Umgekehrt lässt sich ein zu dicker Griff nicht per Band verkleinern, dafür muss das Basisband getauscht werden, etwa gegen die dünneren Varianten der Prince Basisbänder oder ein schlankes Leder-Basisband aus den Dunlop Basisbändern.
Gewechselt wird nach Gefühl, nicht nach Kalender: wenn das Band glatt wird, dunkel verfärbt ist oder sich an den Kanten löst. Bei zwei Einheiten pro Woche sind das wenige Wochen für ein Overgrip. Ein Basisband hält deutlich länger und wird erst fällig, wenn es sich verhärtet anfühlt oder schmierig wird.
Schweiß im Sommer, Kälte in der Halle
Der Bedarf schwankt mit der Spielumgebung. Draußen bei Hitze und auf Sand arbeitet die Hand gegen Feuchtigkeit und Staub, dort halten saugende Bänder länger durch und werden häufiger getauscht. In der Halle ist die Luft trocken, hier spielt sich ein klebriges Band länger angenehm, weil es nicht gegen Schweiß antreten muss.
Kälte macht Bänder steif und härter im Griff; ein dickeres, geschäumtes Band gleicht das aus. Nach dem Spiel gehört der Schläger nicht in den kalten Kofferraum, weil Feuchtigkeit sonst unter dem Band bleibt. Wer über das Jahr spielt, fährt mit zwei Bändern gut: einem saugenden für die Freiluftmonate und einem haftenden für die Halle.
Zwischen Großpackung und Einzelband
Den breitesten Auftritt haben Pacific mit rund 60 und Signum Pro mit knapp 60 Positionen, dahinter Head mit rund 50 und Tourna mit über 40, dann Wilson, Prince und Yonex mit je über 30 Positionen sowie Babolat und Karakal mit jeweils rund 25. Dunlop, Gamma, Kirschbaum und Gripsy ergänzen einzelne Linien, und unter den tennistown Overgrips liegt die preisgünstige Hausvariante für den laufenden Verbrauch. Einzelbänder kosten wenige Euro, Mehrfachpackungen von der 3er-Packung bis zur 60er-Box bringen den Stückpreis deutlich herunter und lohnen ab etwa einem Dutzend. Ein großer Teil des Sortiments steckt in den Head Overgrips; wer den Rahmen gleich mit anschaut, findet ihn bei den Tennisschlägern, Dämpfer und Bespannungszubehör im Tenniszubehör und das gesamte Segment in der Übersicht Tennis.
Fragen zum Griffband
Was ist der Unterschied zwischen Basisband und Overgrip?
Das Basisband wird auf den nackten Griff geklebt und ersetzt den Originalgriff. Es ist dicker und bestimmt das Grundgefühl. Ein Overgrip liegt darüber, ist dünn, wird mit einem Finishband fixiert und als Verbrauchsmaterial regelmäßig getauscht. Beide lassen sich kombinieren.
Wie oft muss ein Overgrip gewechselt werden?
Sobald es glatt wird, sich dunkel verfärbt oder an den Kanten aufgeht. Bei zwei Einheiten pro Woche sind das meist einige Wochen, im Turnierbetrieb bei Hitze auch nach wenigen Matches. Ein schlüpfriges Band kostet Griffkraft und begünstigt Blasen.
Verändert ein Overgrip die Griffstärke?
Ja, nach oben. Eine Lage bleibt meist unauffällig, zwei Lagen heben den Umfang etwa um eine Stufe. Wer die Griffstärke genau halten will, nimmt ein besonders dünnes Band mit direktem Griffgefühl. Kleiner wird ein Griff nur durch ein dünneres Basisband.
Welches Band hilft bei schwitzenden Händen?
Bänder mit Schwerpunkt Schweißabsorption. Die raue, trockene Oberfläche nimmt Feuchtigkeit auf und bleibt griffig, wenn die Hand nass ist. Klebrige Bänder wirken umgekehrt und werden bei Schweiß glatt. Perforationen leiten Feuchtigkeit zusätzlich ab.
Kann ein neues Band über das alte gewickelt werden?
Technisch geht es, sinnvoll ist es nicht. Der Griff wächst mit jeder Lage, und das alte Band bringt Feuchtigkeit und Schmutz unter die neue Schicht. Besser ist, das verbrauchte Overgrip abzuziehen und das Basisband darunter trocknen zu lassen.

























































































