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Tennisschläger für Kinder unterscheiden sich vom Erwachsenenrahmen vor allem in der Länge, und diese Länge richtet sich nach der Körpergröße, nicht nach dem Geburtsdatum. In diesem Bereich stehen über 120 Juniorrahmen, von 43 Zentimetern für die Kleinsten bis zu 66 Zentimetern, also fast schon Erwachsenenlänge. Gut vier von zehn Rahmen kommen von Head, dahinter stehen Wilson, Prince und Yonex.



Erste Stunde, Kurs oder Vereinstraining


Für den Schnupperkurs im Kindergartenalter, also bei einer Körpergröße um einen Meter, reicht ein Rahmen mit 43 oder 48 Zentimetern. Diese Modelle wiegen wenig und liegen im untersten Preissegment, was bei einem halben Jahr Nutzungsdauer die richtige Größenordnung ist. Kinder, die zweimal pro Woche im Verein trainieren und zwischen 1,20 und 1,40 Meter groß sind, brauchen dagegen einen Rahmen, der einen gezogenen Vorhandschlag aushält. In dieser Stufe ist das Angebot bei den Juniorschlägern von Head am breitesten. Jugendspieler ab etwa 1,46 Meter, die schon Medenspiele bestreiten, greifen zur 66er-Länge. Zum Erwachsenenrahmen fehlen dann noch knapp drei Zentimeter Länge, dazu bleibt der Junior deutlich leichter. Die meisten Modelle dieser Stufe stehen bei Head und bei den Juniorschlägern von Wilson.



Länge nach Körpergröße











LängeWirkungfür wen
43 cm (17 Zoll)erste Ballkontakte im Kleinfeld, der Griff liegt überhaupt in der KinderhandKörpergröße bis etwa 0,90 Meter
48 cm (19 Zoll)erste richtige Schlagbewegung möglich, Treffpunkt bleibt vor dem Körperetwa 0,90 bis 1,05 Meter
53 cm (21 Zoll)mehr Reichweite im Kleinfeld, Ball lässt sich über das Netz hebenetwa 1,00 bis 1,24 Meter
58 cm (23 Zoll)trägt den Übergang ins Mittelfeld, Aufschlag von oben wird sauber ausführbaretwa 1,20 bis 1,40 Meter
61 cm (24 Zoll)Zwischenschritt für Kinder, denen 58 zu kurz und 63 zu lang ist; nur einzelne Modelleetwa 1,31 bis 1,49 Meter
63 cm (25 Zoll)mehr Hebel für Spin und Aufschlag, ohne dass der Schwung zu lang wirdetwa 1,35 bis 1,54 Meter
66 cm (26 Zoll)volle Hebellänge, Spin und Tempo wie beim Erwachsenenrahmenab etwa 1,46 Meter


Gewicht und Griff entscheiden mehr als die Optik


Ein zu schwerer Rahmen erzieht ein Kind zu einem Schlag, den man später mühsam wieder abtrainiert. Der Ellbogen klebt am Körper, und aus dem Schwung wird ein Schieben. Deshalb wird bei Juniorrahmen anders herum sortiert als im Erwachsenenbereich. Zuerst die Länge, danach das Gewicht. Die Länge lässt sich ohne Tabelle prüfen: Das Kind steht gerade, der Arm hängt seitlich herunter, der Schläger zeigt mit der Spitze nach unten. Endet die Spitze wenige Zentimeter über dem Boden, passt die Stufe. Beim Gewicht ist die leichtere Variante fast immer die richtige, denn schwerer wird der Rahmen mit der nächsten Länge von allein. Dann die Griffstärke. Juniorschläger kommen in den kleinen Griffen, und wer eine Nummer zu groß wählt, damit der Schläger länger passt, bekommt eine verkrampfte Hand und eine Bremse im Handgelenk. Lieber klein kaufen und mit einem Griffband aufpolstern. Gleich bleibt über alle Stufen die Besaitung, die bei Kindern bewusst weich ausfällt, damit der Ball Zeit auf der Saite hat. Vieles davon gilt genauso für die Rahmen im übrigen Tennissortiment.



Griffstärke und was den Rahmen am Leben hält


Für die Griffstärke gibt es eine Probe mit dem Zeigefinger. Der Schläger liegt im Vorhandgriff, und der Finger der freien Hand muss zwischen Fingerspitzen und Handballen hineinpassen. Passt mehr als dieser eine Finger dazwischen, ist der Griff zu dick. Weil Kinderhände schneller wachsen als der Rest, lässt sich mit Tennisgriffbändern ein halber Schritt überbrücken, ohne den Rahmen zu wechseln. Die Saite verliert auch ohne Spiel an Spannung, bei Juniorrahmen merkt man das vor allem daran, dass die Bälle länger werden und das Kind anfängt zu bremsen. Dann hilft neue Tennissaite mehr als ein neuer Schläger. Der Rahmen selbst braucht wenig. Griff nach dem Training trocknen lassen, und den Schläger nicht im Kofferraum lagern, weil Hitze die Saite altern lässt.



Welche Hersteller den Junior-Bereich füllen


Head deckt als größte Linie jede Längenstufe ab, oft als Modell mit dem Namen eines Profis auf dem Schaft. Danach kommen Wilson und Prince, dahinter Yonex, Tecnifibre, Babolat und Dunlop. Von Pacific und Pro Kennex stehen einzelne Rahmen im Regal. Preislich liegt die Mitte des Bereichs deutlich unter 40 Euro, und nur einzelne Jugendrahmen gehen über 100 Euro. Sobald ein Kind auf 63 oder 66 Zentimeter wechselt, wird die Saite zum Thema. Dafür haben wir einen eigenen Besaitungsservice für Tennisschläger.



Hallenwinter und Sandplatzsommer


Der Wachstumsschub kommt selten passend zum Saisonstart. Kauft man den Rahmen im Winter in der Halle, stimmt im Frühjahr auf Sand oft die Länge nicht mehr, weil das Kind inzwischen anders zum Ball läuft. Deshalb lohnt der Blick auf die Körpergröße vor jedem Runden- oder Kurswechsel, nicht einmal im Jahr. Auf schnellem Teppichbelag in der Halle bleibt dem Kind weniger Zeit, was für eine Stufe mehr Kontrolle und eine etwas weichere Saite spricht. Auf Sand mit langen Ballwechseln zählt dagegen, dass der Rahmen leicht genug bleibt, um auch im dritten Satz noch durchgezogen zu werden. Wer beides spielt, kommt mit einem Rahmen und zwei Besaitungshärten weiter als mit zwei Schlägern.



Was Eltern vor dem Kauf wissen wollen


Woran merkt man, dass der Schläger zu kurz geworden ist?


Das Kind trifft den Ball weit vor dem Körper und streckt sich nach unten, der Aufschlag verliert Höhe. Auch die Probe mit dem hängenden Arm zeigt es: Steht die Spitze deutlich über dem Boden, ist die Länge fällig. Dann hilft ein Blick auf die nächste Stufe in der Tabelle.


Sind Juniorschläger schon besaitet?


Ja. Die Rahmen in diesem Bereich werden über alle Längen besaitet ausgeliefert, von 43 bis 66 Zentimetern. Wer eine andere Saite oder eine andere Härte möchte, braucht dafür unseren Besaitungsservice.


Welche Griffstärke braucht ein Kind?


Die kleinste, die noch sicher in der Hand liegt. Im Zweifel die dünnere Variante nehmen und mit einem Griffband angleichen, denn zu dick lässt sich nicht korrigieren.


Lohnt der Sprung auf 66 Zentimeter vor dem zehnten Geburtstag?


Nur, wenn die Körpergröße passt. Ein Kind von 1,30 Meter kann einen 66er-Rahmen tragen, schwingt ihn aber zu spät durch und verliert genau die Beschleunigung, die es gerade lernt. Die Stufen dazwischen sind die Längen, in denen die Technik entsteht. Wer sie überspringt, spart ein halbes Jahr und zahlt das später mit einem zu späten Treffpunkt.


Taugt ein Juniorrahmen für den Schulsport?


Ja, und dafür sind die kurzen Längen gemacht. Hallenböden und der Transport in einer vollen Sporttasche machen ihnen nichts aus.