Fitnessgeräte für das Training zu Hause führen wir als Kleingerät: Hanteln und Kettlebells, Widerstandsbänder, Matten, Massagerollen, Springseile, Hürden und Gewichtswesten. Laufband, Crosstrainer und Ergometer gehören nicht dazu. Die Hälfte der Artikel bleibt unter 20 Euro, gut zwei Drittel unter 30 Euro, und fast alles davon passt nach dem Training unter das Bett oder in einen Schrank. Den größten Teil trägt HMS, dahinter stehen Pure2Improve, Powershot, Tiguar und Endurance.
Was die Farbe am Widerstandsband nicht verrät
Bei Bändern führt die Farbe regelmäßig in die Irre. Das sieht nach einem Code aus, ist aber keiner: Eine herstellerübergreifende Norm für Bandfarben gibt es nicht, jede Marke legt ihre eigene Skala an. Im Regal steht das direkt nebeneinander. Rot ist bei PTP das leichte Superband mit 11,4 bis 22,7 Kilogramm Zugkraft, bei SKLZ das mittlere Pro Band mit 14 bis 22 Kilogramm und bei Blackroll das weichste Loop Band der Reihe. Wer nach der Farbe des alten Bandes nachkauft, greift damit oft daneben.
Belastbar ist die Kilogrammangabe, und die steht bei den geführten Bändern im Artikelnamen. Auch die Stufenbezeichnung allein reicht nicht: „heavy“ meint beim Bahe Flowbands-Set 5,3 Kilogramm und beim PTP Superband 45,4 bis 54,5 Kilogramm, also rund das Achtfache. Nike gibt „Light“ mit bis zu 9 Kilogramm an, was bei anderen Marken schon als mittel durchgeht. Dazu kommt die Bauart. Das flache Latexband und das ringförmige Loop Band arbeiten über die eigene Dehnung, das Tube mit Griffen lässt sich in der Tür oder am Fuß verankern und ersetzt damit den Zug am Kabel. Wie weit die Stufen und Bauarten auseinanderliegen, zeigt ein Blick ins Widerstandstraining.
| Gerät | Was es bewirkt | Für wen |
|---|---|---|
| Widerstandsband, Loop und Tube | Zug- und Druckübungen ohne Zusatzgewicht, der Widerstand wächst mit der Dehnung | Einstieg, Training nach Verletzungen, Reisegepäck |
| Kurzhantel und Kettlebell | feste Last, Steigerung in klaren Kilogrammschritten | Kraftaufbau, wer schon regelmäßig trainiert |
| Fitnessmatte | Halt am Boden, Polster für Wirbelsäule und Knie | alles, was im Liegen oder Knien stattfindet |
| Massagerolle und Faszienball | Druck auf einzelne Stellen, löst nach der Belastung | nach Hallensport und Lauftraining |
| Springseil | Ausdauer und Sprungkraft auf zwei Quadratmetern | kleine Wohnung, Aufwärmen vor dem Spiel |
| Trainingshürde und Koordinationsleiter | Schrittfrequenz, Antritt und Richtungswechsel | Rückschlag- und Ballsport, Trainingsgruppen |
| Gewichtsweste und Sandsack | Zusatzlast am Körper, die Hände bleiben frei | Fortgeschrittene, Zirkeltraining |
Für wen sich welches Gerät lohnt
Beim Wiedereinstieg nach einer längeren Pause reichen Matte, ein Satz Bänder und zwei leichte Kurzhanteln. Das Band verzeiht mehr, weil sein Widerstand über den Bewegungsweg wächst und im Umkehrpunkt nachlässt. Die Hantel kommt dazu, sobald die Bewegung sitzt. Passende Gewichte und die Matten dazu liegen je eine Ebene tiefer.
Wer regelmäßig trainiert und Kraft aufbauen will, kommt an zusätzlichem Gewicht nicht vorbei. Kettlebells von zwei bis sechzehn Kilogramm, Kurzhanteln bis zwanzig Kilogramm je Hantel, Langhantelsets, Gewichtswesten und befüllbare Sandsäcke decken das ab. Der Sprung von der Einzelhantel zum Paar lohnt erst, wenn beide Seiten gleichzeitig arbeiten sollen.
Die dritte Gruppe trainiert an dieser Stelle gar nicht, sondern arbeitet nach. Nach zwei Stunden Halle oder einem langen Lauf geht es um Wade, Oberschenkel, Rücken und Schulter. Rollen, Duobälle, Triggerwerkzeuge und Massagegeräte sammelt das Faszientraining.
Maße, Gewichtssprünge und Pflege
Bei Matten entscheidet die Dicke. Dünne Matten von drei bis fünf Millimetern stehen fest und geben im Ausfallschritt nicht nach, dickere ab einem Zentimeter polstern Wirbelsäule und Knie bei Boden- und Rückenübungen. Die meisten Matten mit Maßangabe messen zwischen 173 und 183 Zentimetern, dazu kommen eine kürzere Trainingsmatte um 120 Zentimeter und Puzzlematten aus einzelnen Elementen, die sich zu jeder Fläche zusammenstecken lassen. Ab etwa 1,80 Meter Körpergröße lohnt der Blick auf die Länge, sonst liegen Kopf oder Ferse auf dem Boden.
Bei Hanteln zählen die Sprünge mehr als das Maximum. Unten liegen sie bei einem halben Kilogramm, in der Mitte bei einem Kilogramm, oben werden sie größer. Für Schulter- und Armarbeit sind kleine Sprünge wichtiger als das schwerste Stück im Regal, weil dort die Grenze früher erreicht ist als in der Beinarbeit. Verstellbare Hanteln mit Steckscheiben ersetzen mehrere Paare und sparen Regalmeter.
Massagerolle und Faszienrolle meinen dasselbe Gerät, die Marken benennen es nur unterschiedlich. Unterschiedlich ist die Länge. Kurze Rollen um 15 Zentimeter arbeiten punktgenau an Wade, Fuß und Unterarm, lange Rollen um 45 Zentimeter liegen quer unter dem Rücken und stützen auf beiden Seiten. Gepflegt wird wenig: Matten und Rollen feucht abwischen und trocknen lassen, Bänder dunkel und trocken lagern, weil Latex unter Sonne und Wärme spröde wird und dann ohne Vorwarnung reißt. Gusseiserne Hanteln mit Vinyl- oder Neoprenmantel vertragen keine dauerhafte Feuchtigkeit, denn wo der Mantel aufreißt, rostet es darunter weiter.
Ausgleichstraining über die Hallensaison
Die Hallensaison läuft von Oktober bis März, und in diesen Monaten wandert auch das Training neben dem Spiel nach drinnen. Das Lauftraining vom Sommer verlegt sich auf die Fläche zwischen Sofa und Fenster. Und wer zweimal die Woche in der Halle steht, merkt nach ein paar Wochen, dass Wade und Schulter die Belastung nicht mehr von allein wegstecken.
Ein Teil der Artikel ist im Shop zugleich für Tennis, Badminton, Squash und Fußball gekennzeichnet. Diese Zuordnungen überschneiden sich: Dasselbe Band kann unter mehreren Sportarten stehen, die Summe der Kennzeichnungen liegt deshalb weit über der Zahl der Artikel. Hürden, Koordinationsleitern und Bänder kommen ohnehin aus dem Rückschlag- und Ballsport. Was auf Rumpf, Gleichgewicht und Beweglichkeit zielt, steht unter Funktionelles Training.
Marken und Preisklassen
Gut vier von zehn Artikeln tragen HMS. Der Hersteller reicht hier von der Kurzhantel mit einem halben Kilogramm bis zur verstellbaren Trainingsbank und deckt damit fast jede Warengruppe der Kategorie ab. Pure2Improve, Powershot, Tiguar, Endurance und Schildkröt bilden die zweite Reihe. Daneben stehen Spezialisten: PTP und SKLZ bei den Bändern, Blackroll und TMX bei den Triggerwerkzeugen, Hyperice bei Massagepistolen und Regenerationsgeräten, Nike und Bandito bei den Springseilen, oko und Bahe bei den Matten.
Preislich ist die Kategorie flach. Ein Viertel der Artikel bleibt unter 10 Euro. Teurer wird es dort, wo Elektronik oder viel Stahl im Spiel ist: Massagepistolen, Kompressionssysteme, Hantelbänke, Vibrationsplatten und Langhantelsets. Wer den ganzen Bereich vor sich sehen will, beginnt eine Ebene höher im Fitnessbereich und arbeitet sich nach unten.
Was vor dem Kauf am häufigsten gefragt wird
Welche Fitnessgeräte für zuhause sind sinnvoll?
Drei Dinge decken den größten Teil ab: eine Matte als Unterlage, ein Satz Bänder in mehreren Stufen und zwei Kurzhanteln in einem Gewicht, das zehn bis fünfzehn saubere Wiederholungen zulässt. Damit lassen sich Drücken, Ziehen, Beugen und Rumpfarbeit trainieren. Alles Weitere hängt vom Ziel ab.
Welches Trainingsgerät passt in eine kleine Wohnung?
Bänder, Springseil und Faszienrolle verschwinden in einer Schublade, die Matte lässt sich rollen, Puzzlematten kommen nach dem Training wieder auseinander. Platz brauchen erst Hantelbank, Klimmzugstange und Langhantelset. Wer knapp wohnt, beginnt beim Band und ergänzt Gewicht einzeln statt als Set.
Wie oft sollte man zu Hause trainieren?
Das Robert Koch-Institut nennt für Erwachsene mindestens 150 Minuten in der Woche mit mittlerer bis hoher Intensität und an mindestens zwei Tagen der Woche Übungen zur Kräftigung der Muskulatur. Diese zwei Krafteinheiten verlangen kein Studio: Band, Hantel und das eigene Körpergewicht genügen dafür.
Welche Geräte eignen sich für Anfänger?
Alles, was den Widerstand fein dosiert. Ein Bänderset mit mehreren Stufen kostet wenig und deckt den ganzen Körper ab, leichte Kurzhanteln in Halbkiloschritten lassen sich langsam steigern. Schwere Kettlebells und Langhanteln verlangen Technik und warten besser, bis die Bewegung sitzt.
Wie viel Kilo sollte eine Kurzhantel für den Anfang haben?
Das entscheidet die Wiederholung, nicht die Tabelle. Passend ist das Gewicht, wenn zehn bis fünfzehn saubere Wiederholungen möglich sind und die letzten beiden schwer fallen. Für Schulter und Arme liegt das oft deutlich niedriger als gedacht, für Beine und Rücken höher.
Wie lang muss ein Springseil für Erwachsene sein?
Gemessen wird am Körper: mit beiden Füßen auf die Seilmitte stellen und das Seil straff nach oben ziehen, die Enden sollen bis zum Brustbein oder in die Achselhöhle reichen. Als Faustregel nennen Nike und HMS die Körpergröße plus rund 90 Zentimeter. Verstellbare Seile lassen sich darauf kürzen.
Kann man mit Fitnessbändern Kraft aufbauen?
Ja, sofern der Widerstand hoch genug liegt. Ein Band, das sich dreißigmal locker dehnen lässt, trainiert Ausdauer. Für Kraft muss nach zehn bis fünfzehn Wiederholungen Schluss sein, und genau deshalb zählt die Kilogrammangabe des Herstellers mehr als die Farbe.

























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