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Squash Griffbänder entscheiden, ob der Schläger am Ende eines langen Ballwechsels noch fest in der Hand liegt. Zwei Bauarten stehen zur Wahl: der Overgrip zum Überwickeln, dünn und in Minuten getauscht, und das selbstklebende Basisband, das die Werksbewicklung auf dem Konus ersetzt. Overgrips stellen gut zwei Drittel des Sortiments, Basisbänder knapp ein Drittel. Ein einzelnes Band beginnt unter 5 Euro, größere Gebinde kosten je nach Stückzahl ein Vielfaches davon.



Vom Leihschläger zum Turniertag


Beim ersten eigenen Rahmen bleibt die Werksbewicklung, wo sie ist. Darüber liegt ein glattes Band mit 0,6 Millimetern, die häufigste Stärke im Sortiment. Gerät die erste Lage schief, zieht man sie rückstandsfrei wieder ab und wickelt neu. Teuer ist der Versuch nicht.


Zwei- oder dreimal die Woche auf dem Court, und der Unterschied zur offenen Halle wird deutlich. Auf dem geschlossenen Court steht die Luft, die Hand wird früher nass, und ein glattes Band kommt gegen den Schweiß nicht an. Gelochte und perforierte Oberflächen führen ihn ab, haftende Bänder greifen auch feucht noch. Sitzt der Schweiß nach der ersten Runde schon im Shirt, hilft saugendes Material aus der Squashbekleidung.


An einem Spieltag mit mehreren Runden gehören zwei bis drei Bänder ins Gepäck, denn zwischen den Partien trocknet nichts. Ein Seitenfach dafür haben die Squashtaschen. Was das Band nicht aufnimmt, landet irgendwann auf dem Boden, und Griffigkeit unter dem Fuß ist dort dasselbe Thema wie in der Hand; dafür stehen die Squashschuhe. Bei Beschwerden im Unterarm nach harten Einheiten lohnt das gepolsterte Basisband, etwa das gelochte Gelband von Karakal mit 2,2 Millimetern.



Was die Dicke im Spiel verändert


Die Basisbänder liegen überwiegend zwischen 1,5 und 2,2 Millimetern, der Großteil bei 1,8. Bei den Overgrips reicht die Spanne von 0,45 bis 0,75 Millimeter, am häufigsten liegt sie bei 0,6. Yonex nennt für sein Super Grap genau diesen Wert, dazu 25 Millimeter Breite, 1.200 Millimeter Länge und Polyurethan als Material. Zwischen dem dünnsten Overgrip und dem dicksten Basisband liegt damit fast das Fünffache.


Am Griff wirkt das doppelt, weil sich jede Lage rundherum legt. Der Durchmesser wächst um das Doppelte der Bandstärke, der Umfang um gut das Sechsfache. Zwei Lagen Overgrip übereinander machen am Umfang gut siebeneinhalb Millimeter aus.


Dazu kommt das Gewicht. Die World Squash Federation begrenzt den Schläger auf 255 Gramm, bei höchstens 686 Millimeter Länge, 215 Millimeter Breite und 500 Quadratzentimeter Bespannungsfläche. Zum Griff selbst schreibt die Spezifikation nichts vor, das Band zählt aber zum Gesamtgewicht und sitzt ganz hinten am Rahmen. Ein dickes Basisband mit Overgrip darüber verschiebt die Balance Richtung Hand. Bei einem bewusst kopflastig gewählten Rahmen geht davon ein Teil der Wirkung wieder verloren.


Bleibt die Länge. Basisbänder kommen in Squash-Länge und in Universal-Länge: Karakal weist die gelbe Ausführung seines PU Super Grip als Squash-Länge aus, alle anderen Farben als Universal-Länge für sämtliche Schlägertypen. Overgrips fallen quer über die Schlägersportarten gleich aus, am schlanken Squashgriff bleibt deshalb ein Reststück übrig.











Was das Band leisten sollWoran es zu erkennen istFür wen
Schockabsorption und Komfortdickeres Polster oder Gelschicht, nimmt dem Schlag die Härteharte Bälle an der Vorderwand, empfindlicher Unterarm
Allroundausgewogenes Griffgefühl, glatte Oberfläche, kein Extremzwei Einheiten Training in der Woche
Griffigkeithaftende, leicht klebrige Oberflächewer im Ausfallschritt nicht nachfassen will
Schweißabsorptiongelocht oder perforiert, führt Feuchtigkeit nach außenwarme Courts, lange Ballwechsel, Doppelrunden
direktes Griffgefühldünnstes Band ab 0,45 mm, kaum Aufbauwer den Treffpunkt am Rahmen spüren will
Haltbarkeitfestere Oberfläche, glänzt späterVielspieler, die selten wechseln möchten


Griffstärke anpassen, altes Band abziehen


Eine zweite Lage Overgrip trägt ein paar Zehntel Millimeter auf, viel mehr nicht. Wer den Griff spürbar dicker haben will, nimmt Wickelband von der Rolle, 70 Millimeter breit und meterweise abzuschneiden. Unter dem Deckband gewickelt ändert es allein die Stärke, ohne die Oberfläche anzutasten. Ein Basisband mit Wulst geht den umgekehrten Weg. Seine ertastbare Kante am Griffende hält die Schlaghand an ihrem Platz, wenn der Ball spät kommt.


Der alte Overgrip löst sich am Klebestreifen und lässt sich ohne Werkzeug abziehen. Beim Basisband wird die Kante am Griffende angehoben und das Band langsam abgerollt, sonst reißt der Kleber und bleibt in Streifen auf dem Konus liegen. Reste rubbelt man ab, bevor das neue Band kommt, denn unter einer unruhigen Unterlage zeichnet sich jede Kante durch. Griffbänder selbst lagern trocken und bei Zimmertemperatur; eine angebrochene Rolle im Auto überlebt den Winter selten. Schlägerhüllen und Bandagen stehen im Squashzubehör.



Marken, Gebinde und was die Box wirklich spart


Den größten Teil des Regals tragen Signum Pro, Karakal und Head. Daneben liegen unsere Hauslinie, Victor, Dunlop und OLIVER, das Wickelband von Yonex und einzelne Bänder von Prince, Salming und Tecnifibre. Die Schwerpunkte liegen weit auseinander. Karakal deckt die Basisbänder am breitesten ab, vom Schweißband über die Ausführung mit Wulst bis zum gelochten Gelband. Signum Pro trägt den Overgrip-Teil über die ganze Dickenspanne, Head führt hier ausschließlich Overgrips. Tecnifibre klebt seinen Squash Tacky Grip mit Wachsharz, was schon beim ersten Anfassen auffällt.


Die Gebinde reichen vom Einzelband über Dreierpack und Zehner-Clip-Beutel bis zu 30er Box und 60er Dose. Ob die größere Packung wirklich spart, hängt an der Serie und nicht an der Stückzahl. Bei den Signum-Pro-Overgrips fällt der Preis je Band vom Dreierpack über den Beutel bis zur 30er Box deutlich, beim 60er-Gebinde je nach Serie gar nicht mehr. Ein Karakal-Basisband aus der 24er Box kostet dagegen praktisch dasselbe wie einzeln. Vor der Box lohnt deshalb ein Blick auf den Grundpreis.


Weiß und Schwarz stellen die meisten Bänder, danach kommen Gelb und Blau. Wo ein Band zwei Farben trägt, taucht es unter beiden Filterwerten auf. Gelb hat bei Karakal eine zusätzliche Bedeutung, weil genau diese Ausführung die kürzere Squash-Länge ist. Die meisten Bänder hier passen auch auf einen Tennis- oder Badmintonschläger, dieselbe Rolle steht daher in mehreren Kategorien; über die Aufteilung des Sortiments sagt das nichts. Der passende Rahmen dazu steht bei den Squashschlägern, Bälle und alles Weitere im Squashbereich.



Was vor dem Wickeln gefragt wird


Basisband oder Overgrip, was gehört auf den Squashschläger?


Beides, in dieser Reihenfolge. Auf dem Konus sitzt ab Werk ein Basisband, und solange es klebt und sein Polster hat, kommt darüber nur der Overgrip. Der wandert alle paar Wochen in den Müll, die Lage darunter bleibt oft eine Saison. Erst wenn sie sich hebt oder platt gedrückt ist, wird sie durch ein neues selbstklebendes Band ersetzt.


Wie stark verändert ein Griffband die Griffstärke?


Stärker, als die Zahl auf der Packung vermuten lässt. Das Band legt sich rundherum, deshalb wächst der Durchmesser um das Doppelte seiner Stärke. Aus 0,6 Millimetern werden gut ein Millimeter mehr Durchmesser und knapp vier Millimeter mehr Umfang. Eine zweite Lage verdoppelt das, für spürbar mehr ist Wickelband unter dem Deckband der bessere Weg.


Wie wechselt man das Griffband am Squashschläger?


Den Overgrip am Klebestreifen lösen und abziehen. Beim Basisband die Kante am Griffende anheben und langsam abrollen, damit der Kleber nicht reißt und in Streifen auf dem Konus liegen bleibt. Danach den Konus säubern und trocknen lassen, erst dann kommt das neue Band darauf. Der Überstand oben wird abgeschnitten.


Passt ein Tennis-Griffband auf einen Squashschläger?


Der Overgrip ja. Er fällt quer über die Schlägersportarten gleich aus, ein Yonex Super Grap misst 25 mal 1.200 Millimeter und reicht für jeden Griff. Beim Basisband zählt die Länge: Karakal führt sein PU Super Grip in Gelb in Squash-Länge, die übrigen Farben in Universal-Länge. Zu lang lässt sich kürzen, zu kurz nicht verlängern.


Welche Marke passt zum Squashschläger?


Jede, die hier liegt. Karakal kommt aus dem Squash und hat die breiteste Auswahl an Basisbändern, Signum Pro stellt knapp die Hälfte der Overgrips, Head hat gar kein Basisband im Programm, dafür Overgrips bis hinauf zur 60er Dose. Dunlop und OLIVER stehen mit wenigen Serien dabei, OLIVER überwiegend im Großgebinde. Entschieden wird über Oberfläche und Dicke, nicht über das Logo.


Wie oft muss ein Griffband gewechselt werden?


Nach Gefühl statt nach Kalender. Das Signal ist der Moment, in dem die Hand zwischen zwei Ballwechseln nachgreift. Auf dem Court wird die Hand früher nass als in einer großen, offenen Halle, entsprechend häufiger ist der Wechsel fällig. Bei drei Einheiten die Woche lohnt der Beutel statt des Dreierpacks. Das klebende Band darunter überlebt viele Overgrips.