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Squashschläger stehen hier in über 100 Modellen, getragen von Dunlop, Head, Oliver und Tecnifibre. Anders als im Tennis deckelt der Weltverband jede Dimension des Rahmens nach oben. In Länge und Kopfgröße liegen die Modelle dicht beieinander. Entschieden wird über die Bauart des Kopfes. Knapp die Hälfte der Rahmen kommt ohne Herz im Schaft und schiebt dafür Kraft in den Ball, die übrigen tragen eine Brücke, oval für die feine Dosierung, rund für die Kontrolle.



Wo der Weltverband die Grenze zieht


Die World Squash Federation lässt höchstens 686 Millimeter Länge zu, höchstens 215 Millimeter Breite quer zum Schaft und höchstens 500 Quadratzentimeter besaitete Fläche. Für das Gewicht liegt die Grenze bei 255 Gramm.


Diese Werte erklären, warum die Auswahl anders läuft als bei Tennisrahmen. Nach oben ist wenig Luft, ein Kopf jenseits der 500 Quadratzentimeter ist im Regelwerk nicht vorgesehen. Ausgereizt wird die Grenze längst nicht von jedem Rahmen. Ein guter Teil der Kopfgrößen liegt spürbar darunter, nachzulesen je Modell in den Produktangaben.


Beim Gewicht spielt die Vorgabe im Alltag keine Rolle, dort baut niemand an die Grenze heran. Zwei Modelle unterscheiden sich am Ende nicht in der Größe, sondern in Kopfform, Besaitungsmuster und Rahmenprofil, das hier zwischen 13 und 22 Millimetern liegt.



Kopfform und Muster entscheiden die Wahl


Drei Kopfformen decken das Sortiment praktisch vollständig ab, und anders als bei der Zielgruppe trägt jeder Rahmen nur eine davon. Ohne Brücke kommt knapp die Hälfte, den Rest teilen sich oval und rund mit Brücke fast gleichmäßig. Zusammen mit dem Besaitungsmuster ergibt das die Achse, an der die Wahl hängt.











MerkmalWas es bewirktFür wen
oval, ohne Brücke (Longstring)durchgehend lange Längssaiten und ein großer Sweetspot, Kraft auch ohne vollen SchwungEinsteiger und Clubspieler, Umstieg vom Leihschläger
oval, mit Brückedie Brücke versteift das Herz, der Ball lässt sich feiner dosierenClubspieler mit sauberer Schlagtechnik
rund, mit Brückekürzere Längssaiten, härterer Kontakt, wenig FehlerspielraumTurnier- und Ligaspiel, Kontrolle vor Tempo
offenes Muster 14x18mehr Saitenweg im Treffmoment und mehr Beschleunigung, dafür kürzere Standzeitwer Länge und Druck aus dem Rahmen holt
enges Muster 16x19flacherer Ball, ruhigeres Saitenbild, längere Standzeitharte Schläger, Vielspieler
Kinderrahmen in 22 bis 25 Zollkurzer Hebel, weniger Gewicht am HandgelenkKinder und Vereinsjugend


Was die Grammzahl auf dem Rahmen wirklich meint


Die Zahl im Modellnamen ist das Rahmengewicht ohne Saite und ohne Griffband. In der Hand liegt der Schläger schwerer. Oliver schreibt als einer der wenigen Hersteller beide Werte in die Produktangabe. Aus 110 Gramm netto werden bespannt 135, aus 140 werden 160, aus 130 sogar 175. Rund 20 bis 45 Gramm kommen dazu, also mehr, als zwei benachbarte Modelle voneinander trennt.


Über das Sortiment reichen die Angaben aus den Produktnamen von 90 bis 220 Gramm. Ein leichter Rahmen erlaubt die schnellere Schlagfolge, ein schwerer bringt mehr Wucht bei trägerer Hand. Der Preis läuft dabei gegen die Erwartung: Die leichtesten Rahmen um 90 Gramm sind Turniergerät, der schwerste im Regal wiegt gut 200 Gramm und bleibt unter 30 Euro.


Wo dieses Gewicht sitzt, sagt die Balance, gemessen als Abstand vom Griffende. Im Sortiment liegt der Wert zwischen 32 und 38 Zentimetern. Leicht und sehr kopflastig zusammengenommen sind das knapp die Hälfte der Rahmen mit Balanceangabe. Knapp drei von zehn stehen auf ausgewogen, der Rest auf grifflastig.



Vom Leihgerät zur Rangliste


Wer nach ein paar Hallenstunden vom Leihgerät auf einen eigenen Schläger wechselt, greift am besten zum Longstring ohne Brücke, um 135 Gramm, leicht kopflastig. Der Rahmen verzeiht den Treffpunkt außerhalb der Mitte und bringt Länge, bevor die Technik sitzt. Breit aufgestellt ist dieser Bereich bei Dunlop und bei Oliver.


Zweimal die Woche im Club spielt sich der ovale Rahmen mit Brücke am angenehmsten. Kontrolle und Kraft halten sich die Waage, das Herz nimmt dem Schlag die Unruhe. Clubspieler ist im Filter die am häufigsten vergebene Zielgruppe, allerdings tragen die Rahmen dort mehrere Etiketten zugleich, ein Clubmodell steht meistens auch beim Turniersport. Im Ranglistenspiel, wo der Ball flach an der Seitenwand bleibt, passt der runde Kopf mit Brücke um 115 bis 125 Gramm, wie ihn die Turnierserien von Head führen. Für Kinder zählt der kurze Hebel, ihre Rahmen laufen in 22, 23,5 und 25 Zoll und nehmen damit Last vom Handgelenk.



Bespannt ab Werk, Griff ohne Maß


Eine Entscheidung, die im Tennis Beratungszeit kostet, entfällt hier: Ein Griffmaß steht nicht zur Auswahl. Die Produktangaben führen Gewicht, Länge, Rahmenprofil, Kopfgröße und Besaitungsmuster, ein Feld für die Griffstärke steht auf keiner Seite darunter. Wem der Griff zu dünn ausfällt, der wickelt ein zweites Band darüber.


Bei der Saite macht der Weltverband wieder Vorgaben. Erlaubt sind Darm, Nylon oder ein Ersatzstoff, Metall ist ausgeschlossen, und mehr als zwei Lagen dürfen es nicht sein. Im Sortiment laufen Squashsaiten von 1,10 bis 1,30 Millimeter Stärke. Ein Set von neun bis zwölf Metern reicht für einen Rahmen.


Fertig bespannt kommt hier praktisch jeder Rahmen aus dem Karton, unbesaitete Modelle sind im Squash die Ausnahme. Die Saitenfrage stellt sich also nicht beim Kauf, sondern beim ersten Riss. Dann geht der Rahmen mit einer Saite aus dem Sortiment der Squashsaiten wieder ins Spiel, aufgezogen über die Besaitung für Squash.



Wann ein Rahmen fällig wird


Getauscht wird ein Rahmen selten wegen der Saite und fast immer wegen des Materials. Ein Haarriss im Kopf oder ein Schaft, der sich beim Schlag spürbar verwindet, macht jede Bespannung wertlos. Squash läuft ganzjährig in der Halle, eine Sommerpause wie im Freiluftsport gibt es nicht. Der Verschleiß richtet sich nach gespielten Stunden, nicht nach dem Kalender. Bespannen lässt man besser vor einer ruhigen Woche als mitten in einer vollen.


Der häufigste Schaden kommt von der Wand und nicht aus dem Ballwechsel. Ein Kopf, der beim Nachfassen die Mauer streift, behält die Schramme, und tiefe Kerben sind der Anfang vom Bruch. Getrennt vom Rest der Ausrüstung übersteht ein Rahmen den Transport am besten. Ein eigenes Schlägerfach führen aber nur einzelne Squashtaschen, die meisten setzen auf ein großes Hauptfach.



Vier Marken stellen den Bestand


Gut sechs von zehn Rahmen kommen von vier Herstellern. Dunlop und Head stellen zusammen knapp vier von zehn, dahinter folgen Oliver und Tecnifibre. Der Rest verteilt sich unter anderem auf Karakal, Wilson, Victor, Prince, Unsquashable und Salming. Preislich reicht das Regal vom Einsteigerrahmen unter 30 Euro bis zu den Turnierserien jenseits der 120 Euro, zwei von drei Modellen bleiben unter 100 Euro. Knapp ein Drittel des Bestands sind Auslaufmodelle. Filtern lässt sich nach Balancepunkt, Masse und Besaitungsmuster. Was sonst auf den Court gehört, steht eine Ebene höher im Squashbereich.



Häufige Fragen vor dem Rahmenkauf


Wie schwer sollte der Schläger sein?


Für Erwachsene fast immer zwischen 110 und 145 Gramm, dort liegen gut drei Viertel der Rahmen mit Gewichtsangabe. Unter 110 Gramm beginnt das Turniergerät für Spieler mit sauberem Timing, über 180 Gramm liegen die robusten Verleih- und Einsteigerrahmen. Bei Kindern entscheidet die Länge vor dem Gewicht.


Kopflastig oder grifflastig, was ist besser?


Keins von beidem allgemein, es hängt am Spielstil. Kopflastig legt Gewicht in den Kopf und damit Druck in den Ball nach hinten, was den langen Cross und den Boast trägt. Grifflastig dreht schneller in der Hand und hilft am kurzen Ball vorn, kostet dafür Wucht aus dem hinteren Court.


Kann man mit einem Tennisschläger Squash spielen?


Sinnvoll nicht. Der Tennisrahmen ist zu groß im Kopf für die enge Wand und zu schwer für die Schlagfolge, und er liegt über beiden Maßen, die der Weltverband für Länge und Saitenfläche zulässt. Wer beides spielt, braucht zwei Rahmen.


Welche Griffstärke gibt es im Squash?


Zur Auswahl steht keine, angepasst wird über das Band. Eine zweite Lage macht den Griff spürbar dicker, ein dünnes Overgrip ändert am Umfang wenig und saugt vor allem Schweiß. Das Band ist ohnehin der Teil am Rahmen, der zuerst durchgespielt ist.


Welche Bespannungshärte braucht der Rahmen?


Die gibt der Hersteller je Modell vor, Oliver etwa nennt sie in Kilogramm getrennt für Längs- und Quersaiten. Mehr Einfluss auf das Spielgefühl hat die Saite selbst. Eine dünne beschleunigt den Ball und reißt früher, eine dicke hält länger und meldet den Treffpunkt deutlicher.


Was kostet ein guter Squashrahmen?


Unter 30 Euro stehen Aluminiumrahmen für Verleih und Einstieg, dazu die kurzen Kinderschläger. Darüber übernehmen Graphit und Carbon, und mit dem Material sinkt das Gewicht. Jenseits der 120 Euro liegen die Turnierserien mit den leichtesten Rahmen um 90 bis 110 Gramm.