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Der Outdoor Sale versammelt über 2.700 reduzierte Artikel für den Weg draußen: Wander- und Bergschuhe, Funktionswäsche, Jacken, dazu Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Stöcke und die Pflegemittel, die all das am Leben halten. Knapp die Hälfte entfällt auf Herrenware, knapp ein Drittel auf Damenmodelle, der Rest auf Kinder- und Unisexgrößen. Der Größenlauf ist dabei lückenhaft, was der Größenfilter schnell zeigt.



Womit ein Outdoor-Kauf steht und fällt


Am Schuh entscheidet sich das meiste. Die Schafthöhe legt fest, wie viel Führung das Sprunggelenk bekommt: Ein halbhoher Schaft reicht für feste Wege, ein hoher Schaft trägt im weglosen Gelände und unter schwerem Rucksack. Darunter liegt die Sohlensteifigkeit, und sie ist der Punkt, an dem die meisten Fehlkäufe passieren. Eine weiche, biegsame Sohle läuft sich auf Asphalt und Waldboden angenehm, gibt auf Geröll und Firn aber keinen Kantenhalt. Umgekehrt ermüdet ein steifer Bergschuh auf dem Spaziergang. Dann die Weite: Der Fuß schwillt auf langen Etappen an, und eine zu knappe Leiste rächt sich beim Abstieg an den Zehennägeln, nicht beim Anprobieren. Bei Membranen gilt, dass Wasserdichtigkeit in der Regel Atmungsaktivität kostet, weshalb ein Sommerschuh ohne Membran im Zweifel die bessere Wahl ist. Selbst bei den Schnürsenkeln gibt es etwas zu entscheiden, der Filter trennt flache, runde und halbrunde Bänder und zusätzlich Längen von 90 bis 180 Zentimetern. Wer Ersatz sucht, misst die alten Bänder vorher nach. Bei Schlafsack und Zelt zählen dagegen Packmaß, Gewicht und die Temperaturangabe, und die drei lassen sich nie gleichzeitig optimieren. Wie der Abverkauf über die anderen Sportarten hinweg aufgebaut ist, zeigt der übergeordnete SALE-Bereich.



Vom Spaziergang bis zur Mehrtagestour










AktivitätWas die Ausrüstung leisten mussPasst zu
Wandernmittelsteife Sohle, griffiges Profil, Halt am Sprunggelenkmarkierte Wege, Tagestouren mit kleinem Rucksack
WinterwandernIsolation, Nässeschutz, Profil für Schnee und Matschgeräumte Winterwege, kalte Standzeiten, Rodelhänge
Trail Runninggeringes Gewicht, Dämpfung, schnelle SchnürungLaufrunden auf Waldboden, Schotter und Wurzelpfaden
Trekking und Hüttenanstiegesteifere Sohle, höherer Schaft, tragfähig unter Gepäckmehrtägige Touren, Zustiege, schwerer Rucksack
Spaziergängeweiche Sohle, leichter Schuh, unkomplizierte Pflegetägliche Runden mit Hund, Alltagswege abseits der Straße
Reisen und Alldaygeringes Gewicht, unauffällige Optik, schnelles An- und AusziehenStädtereisen, lange Flughafentage, Wege ohne festes Programm

Speedhiking, Zustieg und Walking führt der Aktivitätsfilter ebenfalls, allerdings mit deutlich kleineren Stückzahlen. Klettersteig, Hochgebirge und Jagd sind mit einzelnen Paaren vertreten, dort lohnt der Blick nur nebenbei.



Wann sich der Blick in den Outdoor-Sale lohnt


Der klassische Fall ist der Ersatzkauf: Ein Paar Wanderschuhe ist durch, das Modell hat sich bewährt, und die Vorgängerversion liegt reduziert im Regal. Hier ist der Abverkauf schlicht der günstigere Weg zum bekannten Leisten. Beim Einstieg sieht die Rechnung anders aus. Wer die erste Hüttentour plant, braucht auf einen Schlag Schuh, Rucksack, Funktionswäsche und Schlafsack, und dieser Berg an Anschaffungen wird über reduzierte Ware erst tragbar. Bleibt die Zweitausrüstung für einen zweiten Einsatzbereich: ein leichter Schuh fürs Tempo neben dem schweren Bergstiefel, eine dünne Jacke neben der dicken. Wer ohnehin schnell unterwegs ist, sollte den reduzierten Laufbereich danebenlegen, weil sich Trailschuhe und Speedhiking-Modelle stark überschneiden. Für Reisen und Alltag außerhalb des Geländes lohnt sich zusätzlich der Lifestyle-Abverkauf.



Welche Hersteller im Outdoor-Sale liegen


Den Schuhblock tragen La Sportiva und Lowa mit jeweils über 100 Treffern im Markenfilter, dahinter folgen Salewa, Mammut und AKU mit jeweils rund 50 bis 70. Die größten Markenblöcke insgesamt stellen Jack Wolfskin, adidas Performance und Schöffel, jeder davon mit deutlich über 150 reduzierten Artikeln. Danach kommen Maloja, Kama, Falke und UYN. 4F steuert Jacken und Fleece bei, Accapi und adidas Underwear die Schicht direkt auf der Haut. Das Kleinteilige teilen sich Barth und Bama: Barth die Schnürsenkel in Längen von 90 bis 180 Zentimetern, Bama die Pflege für Glatt- und Rauleder samt Bürsten. 100% steht für Brillen. Preislich reicht die Spanne von der kleinen Pflegebürste bis zum Bergschuh in der oberen Klasse, der Schwerpunkt liegt im mittleren Bereich. Direkt daneben liegen übrigens der Tennis-Abverkauf und der Badminton-Abverkauf.



Sitz, Größenlauf und Materialpflege


Beim Anprobieren zählt der Platz vor den Zehen: Etwa eine Fingerbreit soll bei Wander- und Bergschuhen frei bleiben, so steht es in den Passformtipps der Hersteller. Nur bei leichten Multifunktionsschuhen läuft das auf eine halbe bis ganze Nummer über der Straßengröße hinaus. Wer probiert, tut das am besten nachmittags und mit dem Socken, der später auch getragen wird. Die Ferse darf beim Abrollen nicht mitgehen. Weil Konfektions- und Schuhgrößen im Abverkauf lückenhaft laufen, führt der Weg über den Größenfilter zuerst. Rauleder wird trocken ausgebürstet und imprägniert. Für die Nachpflege rät Lowa zu Wachscreme und weicher Bürste statt zu reinen Ölen und Fetten, weil die dem Leder die Poren schließen und ihm Stabilität nehmen. Beides trocknet an der Luft statt an der Heizung, sonst wird das Leder brüchig. Zelte gehören trocken ins Packsack, Schlafsäcke dagegen locker in den großen Aufbewahrungsbeutel, weil die Isolation sonst zusammenfällt. Einen Hallenschuh gibt es nebenan im Squash-Abverkauf.



Wann welche Ausrüstung gebraucht wird


Die Ausrüstung folgt draußen dem Wetter, nicht dem Kollektionswechsel. Im Frühjahr geht es auf nassen, weichen Böden los, da zählt Nässeschutz mehr als Belüftung. Der Sommer verlagert den Bedarf auf leichte, luftige Schuhe und auf alles, was mit Übernachtung zu tun hat, vom Zelt bis zur Matte. Im Herbst kommen die langen Standzeiten dazu, Ansitz und Pirsch im Wald, und mit ihnen Isolation und gedeckte Farben. Der Winter schiebt das Gewicht wieder zum festen, warmen Schuh. Der Abverkauf läuft dieser Kurve um ein halbes Jahr hinterher: Winterware wird günstig, wenn es warm wird. Wer antizyklisch kauft, zahlt am wenigsten und hat die Ausrüstung im Schrank, bevor sie gebraucht wird.



Nachgefragt vor dem Outdoor-Kauf



Warum fehlen bei reduzierten Wanderschuhen so oft einzelne Größen?


Ein Abverkauf zieht sich über die Restgrößen zusammen. Was aus der Mitte des Größenlaufs stammt, geht zuerst, übrig bleiben die Ränder. Im Größenfilter ist das gut zu sehen, die Trefferzahlen fallen zu den Rändern hin steil ab. Deshalb lohnt der Filter nach der eigenen Größe vor jeder anderen Auswahl.



Wie fällt ein Bergschuh gegenüber einem Straßenschuh aus?


Verlässlicher als jede Nummernregel ist der Platz vor den Zehen. Hanwag nennt dafür etwa eine Fingerbreit, und zwar für Wander- und Bergschuhe; die halbe bis ganze Nummer über der Straßengröße gilt dort nur für leichte Multifunktionsschuhe. Entscheidend bleibt der Fersensitz: Hebt die Ferse beim Abrollen ab, hilft auch mehr Länge nicht, dann passt die Weite nicht.



Wie liest man die Temperaturangabe eines Schlafsacks?


Die Werte stammen aus der Norm EN ISO 23537-1. Der Komfortwert gilt für eine Normfrau von 25 Jahren, 60 Kilo und 1,60 Meter in entspannter Lage, der Limitwert für einen Normmann von 25 Jahren, 70 Kilo und 1,73 Meter in zusammengerollter Haltung. Der Extremwert ist eine Überlebensgrenze, keine Schlafempfehlung. Gemessen wird auf einer standardisierten Isomatte und mit leichter Bekleidung, ein Sack allein hält die genannte Temperatur also nicht.



Welche Pflege verlangt Rauleder?


Trocken ausbürsten, groben Schmutz erst nach dem Trocknen entfernen, danach imprägnieren. Zur Nachpflege empfiehlt Lowa Wachscreme mit weicher Bürste und rät von reinen Ölen und Fetten ab. Auf Rauleder ist das keine Verbotsfrage, sondern eine Frage der Optik: Das Leder wird durch Wachs glatter, glänzender und dunkler. Getrocknet wird bei Raumtemperatur, niemals an der Heizung, sonst wird das Leder hart und rissig.



Lohnt sich ein Zelt aus dem Abverkauf für die erste Tour?


Ja, sofern Gewicht, Packmaß, Personenzahl und Aufbauprinzip zum Vorhaben passen. Das sind die vier Angaben, die sich vorher nüchtern vergleichen lassen. Wichtiger als der Preis ist, dass man den Aufbau einmal im Garten geübt hat, bevor es im Regen ernst wird.