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Wanderschuhe stehen hier in mehreren tausend Modellen bereit, von der flachen Halbschuhform für die Feierabendrunde bis zum gefütterten Stiefel für nasskalte Wintertage. Gut die Hälfte davon entfällt auf Herrenmodelle, ein knappes Drittel auf Damengrößen, und für Kinderfüße läuft eine eigene Linie. Getrennt werden die Gruppen über Schafthöhe, Sohlensteifigkeit und Futter, seltener über den Markennamen.



Für welche Wege welcher Schuh



Wer den Schuh vor allem für Spaziergänge, den Weg zum Bäcker und gelegentliche Feldwege sucht, ist mit einem flachen Modell auf weicher Dämpfung besser bedient als mit einem Bergstiefel. Nach den klassischen Wandermodellen ist das die zweitgrößte Gruppe im Sortiment, bei den Outdoorschuhen für Damen genauso wie bei den Herrenmodellen.



Geht es dagegen ins Geröll, auf lange Anstiege oder mit schwerem Gepäck über mehrere Tage, zählt eine steife Sohle, die sich über der Kante nicht durchbiegt, und ein Schaft, der den Knöchel führt. Solche Modelle stehen unter anderem bei den Outdoorschuhen für Herren.



Kinder wachsen schneller aus dem Schuh heraus, als er verschleißt. Wichtiger als ein Bergschuh, der nach zwei Saisons zu klein ist, sind ein griffiges Profil und eine Größe mit etwas Luft. Die passenden Größen liegen bei den Outdoorschuhen für Kinder.



Worauf es beim Wanderschuh ankommt



Die Schafthöhe entscheidet über Führung und Bewegungsfreiheit. Ein halbhoher Schaft stützt den Knöchel auf unebenem Untergrund, kostet aber Beweglichkeit und trocknet langsamer. Für ebene Wege reicht der niedrige Schnitt.



Die Sohle hat zwei Aufgaben, die sich widersprechen: dämpfen und zugleich Kraft auf kleine Tritte übertragen. Weiche Sohlen laufen sich auf Asphalt angenehm, verwinden sich aber im Geröll. Steife Sohlen tun auf der Straße weh und tragen auf der Kante. Zwischen beidem liegt die halbsteife Bauart, die den Großteil der Tagestouren abdeckt.



Eine wasserdichte Membran hält von außen dicht, gibt aber weniger Feuchtigkeit nach außen ab als ein ungefüttertes Obermaterial. Wer viel im Sommer und auf trockenen Wegen unterwegs ist, fährt ohne Membran kühler. Wer im Wald, bei Nässe oder im Schnee steht, will sie.



Gewicht am Fuß kostet auf langen Strecken mehr Kraft als dasselbe Gewicht im Rucksack. Wer mit Tagesrucksack unterwegs ist, sollte deshalb Schuh und Outdoortasche zusammen denken und nicht beides einzeln nach oben aufrüsten.



Einsatzbereiche im Vergleich










EinsatzWas der Schuh mitbringtFür wen
Spaziergängeniedriger Schaft, weiche Dämpfung, flexible Sohletägliche Runden auf befestigten Wegen und Feldwegen
Reisen und Alltagleicht, unauffällig geschnitten, gut zu packenStädtereise, Anfahrt, alles zwischen Auto und Hütte
Speedhikinggriffiges Profil bei geringem Gewicht, halbsteife Sohlezügige Tagestouren, Trails im Mittelgebirge
Hochgebirgstourensteife Sohle, hoher Schaft, kräftiger RandschutzGeröll, Firn, mehrtägige Touren mit Gepäck
Jagd und Waldwasserdicht, hoher Schaft, griffiges ProfilAnsitz, Forstwege, langes Stehen bei Nässe


Größe, Passform und Pflege



Wanderschuhe werden in EU-Größen geführt und eine halbe bis eine ganze Nummer großzügiger gekauft als Straßenschuhe. Vor der Zehe gehört eine Daumenbreite Luft, sonst stößt der Fuß im Abstieg vorne an. Anprobiert wird am späten Nachmittag, wenn der Fuß seinen Tagesumfang erreicht hat, und immer mit der Socke, die später auch mitgeht. Dünne Baumwollsocken verfälschen die Passform, weshalb ein Paar aus den Outdoorsocken zur Anprobe gehört.



Nach der Tour wird grober Dreck feucht abgebürstet, bevor er antrocknet. Leder braucht danach Fett oder Wachs, Textil eine Imprägnierung. Getrocknet wird bei Zimmertemperatur mit herausgenommener Einlegesohle, nie auf der Heizung: Hitze macht Klebstoff spröde und lässt die Sohle vorzeitig aufgehen.



Über das Jahr



Winterschuhe sind die größte Typgruppe im Sortiment, danach kommen Travelschuhe und Sneaker. Das spiegelt, wie hierzulande gewandert wird: ein langer nasser Abschnitt von Oktober bis März, in dem Futter und Wasserdichtigkeit zählen, und eine Saison dazwischen, in der Gewicht und Belüftung wichtiger sind. Wer beide Hälften abdecken will, kommt mit zwei Paaren weiter als mit einem Kompromiss. Gummistiefel und Sandalen bilden dazu Randgruppen für nasse Arbeitswege und heiße Tage. Neuheiten laufen jeweils vor Frühjahr und vor Herbst an, Auslaufmodelle bleiben oft in gängigen Größen noch länger verfügbar.



Marken und Preisklassen



Lowa stellt gut ein Viertel des Sortiments, dahinter folgen La Sportiva, Salewa, Merrell und ecco. AKU kommt aus dem italienischen Bergschuhbau, adidas Performance und CMP decken die Größen breit ab, dazu Mammut, Jack Wolfskin und Hanwag. Der Schwerpunkt liegt im niedrigen dreistelligen Bereich, einfache Halbschuhe und Kindermodelle bleiben deutlich darunter, und nach oben stehen wasserdichte Trekking- und Bergstiefel um 300 Euro. Wer zwischen zwei Größen oder zwei Schafthöhen schwankt, schreibt uns unter service@tennistown.de, dann klären wir das vor der Bestellung. Der Schuh ist der Ausgangspunkt der Outdoorausrüstung; passende Lagen dazu stehen in der Outdoorbekleidung.



Häufige Fragen



Wie viel größer sollten Wanderschuhe gekauft werden?


Meist eine halbe bis eine ganze Nummer über der Straßenschuhgröße. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Daumenbreite vor den Zehen im geschnürten Zustand. Wer im Abstieg vorne anstößt, hat zu klein gekauft, auch wenn der Schuh im Stand gut sitzt.



Braucht man für Spaziergänge einen hohen Schaft?


Auf befestigten Wegen bringt er nichts und schränkt das Abrollen ein. Sinnvoll wird er, sobald der Untergrund kippelt: Geröll, Wurzeln, Schnee. Für die tägliche Runde ist ein niedriger Schuh mit griffigem Profil die bessere Wahl.



Wie wird ein Wanderschuh wieder wasserdicht?


In den meisten Fällen liegt es nicht an der Membran, sondern am Obermaterial, das sich vollsaugt. Nach dem Reinigen eine Imprägnierung auftragen und den Schuh trocknen lassen. Bei Leder hilft zusätzlich Wachs an Nähten und Zungenfalte.



Wann lohnt sich ein Winterschuh statt eines Travelschuhs?


Sobald man länger steht statt zu gehen. Beim Gehen erzeugt der Fuß selbst Wärme, beim Warten an der Bushaltestelle oder auf dem Ansitz nicht. Futter und dickere Sohle kosten Gewicht, halten aber die Kälte vom Boden fern.



Wie lange hält eine Sohle?


Das Profil verschleißt vor allem auf Asphalt und Schotter, nicht auf Waldboden. Wer überwiegend auf harten Wegen läuft, sieht die ersten abgerundeten Stollen deutlich früher. Ob sich ein Modell neu besohlen lässt, hängt vom Hersteller ab; mehrere Marken im Sortiment bieten dafür einen eigenen Reparaturservice.