Fitnesszubehör meint hier alles, was neben Gerät, Schuh und Trikot ins Training mitgeht: Trinkflaschen, Bandagen und Kompressionsstulpen, Frottee, Widerstandsbänder, Springseile und Gewichtsmanschetten. Gut ein Drittel der Artikel sind Trinkflaschen, knapp ein Fünftel entfällt auf die Kompression von Bauerfeind. Was unter Fitness Zubehör wirklich gebraucht wird, entscheidet selten der Trainingsplan. Es entscheidet die Dauer der Einheit und die Frage, ob sie drinnen oder draußen stattfindet. Der Einstieg liegt unter 10 Euro, gut zwei Drittel der Artikel bleiben unter 30 Euro.
Wonach sich die Flaschengröße richtet
Die Arbeitsgruppe Sporternährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rechnet in ihrem Positionspapier zum Flüssigkeitsmanagement im Sport mit einer Schweißrate von 0,43 bis 1,76 Litern pro Stunde beim Laufen, je nach Tempo, Körpergewicht und Temperatur. Ab einem Verlust von 2 bis 4 Prozent des Körpergewichts geben Kraft und Ausdauer nach. Unter 30 bis 40 Minuten Belastung braucht es gar nichts. Ab etwa einer Stunde wird während der Einheit getrunken, und den Takt gibt der Durst vor. Der alte Leitsatz, vor dem Durst zu trinken, ist vom Tisch, weil zu viel Wasser eine Hyponatriämie auslöst.
Daraus wird die Flaschengröße. Eine halbe Stunde Kraftraum deckt ein Behälter um 500 Milliliter, eine Stunde Laufen bei Hitze nicht mehr. Die Volumina im Regal reichen von gut 400 Millilitern bis 2,2 Litern, und die krummen Zahlen darin sind gerechnete US-Unzen: 709 Milliliter entsprechen 24 fluid ounces, 946 sind 32, 1.182 sind 40 und 1.892 sind 64. Nike schreibt die 40 OZ und 64 OZ bei den großen Modellen selbst dazu. Wer länger als anderthalb Stunden unterwegs ist, kommt mit Wasser allein nicht mehr aus: Natrium und Kohlenhydrate lohnen laut demselben Positionspapier erst ab dieser Dauer, ein isotones Getränk trägt dafür 400 bis 1.100 Milligramm Natrium und 60 bis 80 Gramm Kohlenhydrate je Liter. Was dafür in die Flasche kommt, steht bei der Sportnahrung.
| Format | Was es leistet | Wofür |
|---|---|---|
| Flasche um 500 Milliliter | leicht, passt in Halter und Seitenfach, deckt eine kurze Einheit | Kraftraum und Kurs unter einer Stunde |
| 709 Milliliter mit weitem Verschluss | große Schlucke ohne Absetzen, schnell nachgefüllt | Zirkeltraining, kurze Pausen |
| Shaker um 700 bis 820 Milliliter | löst Pulver klumpenfrei, dichtet unter Druck | Getränk direkt nach der Einheit |
| Edelstahl, doppelwandig | hält kalt, schwitzt außen nicht, nimmt keinen Geschmack an | warme Halle, langer Trainingstag |
| Flasche mit 1.182 und 1.892 Millilitern | Tagesvorrat am Stück, kein Nachfüllen zwischendurch | lange Einheiten, Turnier- und Wettkampftag |
| Flasche mit Wasserfilter | macht jeden Brunnen und jeden Hahn zur Quelle | Lauftraining draußen, Reise, Trainingslager |
Was sonst mit in die Tasche kommt
Neben Flasche und Frottee liegen hier die kleinen Trainingshilfen. Gewichtsmanschetten für Knöchel und Handgelenk reichen von zweimal 0,5 bis zweimal 2,5 Kilogramm und machen Beinheben oder Armzüge schwerer, ohne dass eine Hantel in der Hand liegt. Dazu kommen Gleitscheiben für die Rumpfarbeit auf glattem Boden, ein Bauchmuskelrad, Gymnastikreifen, flüssiges Magnesium für den Griff, Widerstandsbänder in mehreren Stufen und Markierungshüte für die Gruppenstunde. Wer Gewicht, Matte oder Massagerolle dazunehmen will, findet die Auswahl bei den Fitnessgeräten.
Im Studio ist die Liste kürzer: Flasche, Handtuch, Wechselshirt. Das Handtuch bleibt auf der Bank und im Gerät liegen, deshalb lohnt hier das kleine Format und nicht das Badetuch. Wer zweimal die Woche hingeht, packt beides in eine der Fitnesstaschen und lässt sie gepackt stehen.
Draußen sieht es anders aus. Auf der Laufrunde zählt jedes Gramm am Körper, dafür fehlt der Wasserhahn, und genau dort spielen die Filterflaschen ihre Stärke aus. Open-Ear-Kopfhörer von Shokz lassen das Ohr frei, der Ton läuft über Knochen- und Luftschall am Gehörgang vorbei, Verkehr und Zurufe bleiben hörbar. Die IP-Kennzeichnung dieser Modelle steht für Schweiß und Regen, nicht fürs Schwimmen. Was an den Füßen dazugehört, steht bei den Fitnesschuhen.
Bandagen und Kompressionsstulpen anmessen
Wer viel läuft, landet früher oder später bei der Kompression. Knapp ein Fünftel des Sortiments kommt von Bauerfeind: Waden- und Oberschenkelstulpen, Armstulpen, dazu Ellenbogen- und Rückenbandagen. Bei den Stulpen nimmt die Kompression zum Körper hin ab, vom Knie zum Oberschenkel, so wie es der medizinische Standard vorgibt. Die Größe hängt an zwei Umfängen: einmal eine Handbreit unterhalb des Schrittes, einmal in Höhe der Kniebeuge, das Bein dabei um 90 Grad angewinkelt. Fällt der Umfang zwischen zwei Größen, gilt die kleinere, bei der Länge dagegen die größere. Die Längen laufen als Short, Long und Extra Long. Stulpen liegen paarweise im Karton, Ellenbogen- und Rückenbandage einzeln.
Sauber halten und rechtzeitig tauschen
Beim Frottee entscheidet das Maß. Trainingshandtücher messen meist zwischen 75 mal 35 und 100 mal 50 Zentimetern und passen in jedes Seitenfach, Duschtücher liegen zwischen 120 mal 60 und 180 mal 100 Zentimetern. Einzelne Mikrofasertücher fallen größer aus, als der Name vermuten lässt, das Maß steht jeweils in der Artikelbezeichnung.
Trinkflaschen werden nach jeder Einheit ausgespült und offen getrocknet, Deckel und Dichtung dabei abgenommen. Bleibt Restfeuchte im geschlossenen Verschluss, riecht die Flasche nach zwei Tagen. Für schmale Hälse führt BlenderBottle eine Reinigungsbürste als eigenen Artikel. Bei den Filterflaschen von LifeStraw sind zwei Bauteile im Spiel: Die Hohlfasermembran mit 0,2 Mikrometern Porenweite hält Bakterien, Protozoen und Mikroplastik zurück, Viren dagegen nicht. Die Aktivkohle-Kapsel filtert keine Keime, sie nimmt Chlor, Geruch und organische Chemikalien aus dem Wasser. Weil die Standzeiten auseinanderlaufen, wird auch einzeln getauscht. Ersatzfilter und Kapseln liegen deshalb als eigene Artikel im Regal.
Der Hinweis „BPA-frei“ auf mancher Kunststoffflasche ist keine Zusatzleistung. Die EU hat die absichtliche Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelkontakt-Kunststoff verboten, neu produzierte Flaschen erfüllen das ohnehin. Kompressionsstulpen laufen bei 40 Grad in die Maschine, das Gestrick besteht zu 79 Prozent aus Polyamid und zu 21 Prozent aus Elasthan. Nach vielen Wäschen lässt der Druck nach, und dann ist die Stulpe fällig, nicht erst wenn sie ein Loch hat.
Über das Trainingsjahr
Von September bis April läuft das meiste drinnen, und Hallenluft täuscht: Wer nicht sichtbar schwitzt, hat trotzdem Flüssigkeit verloren, weil sie auf der Haut sofort verdunstet. In der kalten Hälfte des Jahres verschwinden die Stulpen unter der langen Hose und bleiben nach dem Lauf für die Regeneration an. Im Sommer draußen zieht die Schweißrate an das obere Ende der DGE-Tabelle. Über eine lange Einheit trägt dann nur das Literformat, sonst wird unterwegs nachgefüllt. Was an Ober- und Unterteil dazu passt, steht in der Fitnessbekleidung.
Wer das Sortiment trägt
Den größten Teil stellt Nike, vor allem Flaschen und Frottee. Die Kompression kommt komplett von Bauerfeind. LifeStraw steht für die Filterflaschen und Thermobecher, BlenderBottle für die Shaker, und HMS deckt die Trainingshilfen ab, von der Gewichtsmanschette bis zum Gymnastikreifen. Dahinter stehen Contigo, soulbottles, Tiguar, Blackroll, Erima, Jako, Christy, Victor und OLIVER. Die Sportart-Filter geben dabei ein schiefes Bild: Ein Handtuch trägt oft Tennis, Squash, Badminton und Running gleichzeitig, deshalb addieren sich die Zahlen hinter diesen Filtern nicht zum Sortiment. Teuer wird es nur an drei Stellen: bei den Edelstahl- und Filterflaschen, bei der Kompression und bei den Kopfhörern. Der Rest der Kategorie ist eine Sache von wenigen Euro. Alles Weitere aus dem Bereich steht im Fitnessbereich.
Rückfragen aus der Beratung
Trinkflasche aus Edelstahl oder Kunststoff?
Edelstahl hält die Temperatur, nimmt keinen Geschmack an und übersteht Stürze, wiegt leer aber spürbar mehr. Kunststoff und Tritan sind leicht und günstig, Glasflaschen schmecken am neutralsten und sind am schwersten. Für die Sporttasche gewinnt meist der Kunststoff, für den Schreibtisch daneben der Edelstahl.
Wie viel muss man beim Training trinken?
Unter 30 bis 40 Minuten gar nicht, ab etwa einer Stunde während der Einheit, und dann nach Durst statt nach Plan. Kritisch wird es laut DGE ab einem Verlust von 2 bis 4 Prozent des Körpergewichts, dort geben Kraft und Ausdauer nach. Wer eine lange Einheit plant, nimmt das Literformat mit.
Wie oft muss man eine Trinkflasche reinigen?
Nach jeder Nutzung ausspülen, einmal die Woche gründlich mit Bürste und Spülmittel, Deckel und Dichtung dabei zerlegen. Wer Pulver oder Schorle einfüllt, spült sofort nach dem Training, sonst setzt sich Zucker im Gewinde fest. Riecht die Flasche schon vor dem Befüllen, hilft nur noch zerlegen und trocknen.
Was bringen Kompressionsstulpen?
Die Stulpe übt Druck auf Wade, Oberschenkel oder Arm aus, der zum Körper hin nachlässt. Im Training stützt das die Muskulatur, danach unterstützt es die Regeneration. Sinnvoll wird sie vor allem bei langen Läufen und an Tagen mit mehreren Einheiten, gemessen wird vor dem Kauf am Umfang, nicht an der Konfektionsgröße.
Welches Fitnesszubehör braucht man wirklich?
Eine Flasche und ein Handtuch, dazu etwas, worin beides transportiert wird. Der Rest hängt am Training: Kompression bei langen Läufen und vollen Wochen, Manschetten und Bänder für die Einheit ohne Gerät, Kopfhörer für die Runde allein. Wer neu anfängt, kauft die Flasche zuerst und den Rest dann, wenn er fehlt.