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Tennissaiten gibt es hier in über 600 Varianten, als Einzelset für eine Bespannung und als Rolle für den eigenen Vorrat. Sortiert sind sie nach der Haupteigenschaft, und die Verteilung ist eindeutig: rund zwei Drittel der Saiten sind auf Haltbarkeit ausgelegt, der Rest verteilt sich auf Spin, Spielgefühl, Kontrolle, Power, Allround und Armschonung. Diese Eigenschaft prägt das Spielverhalten oft stärker, als Spieler erwarten.
Saiteneigenschaften im Vergleich
| Haupteigenschaft | Wirkung im Spiel | für wen |
| Haltbarkeit | steifere Saite, die dem Reiben im Besaitungsmuster länger widersteht | wer Saiten regelmäßig durchschlägt |
| Kontrolle | geringe Dehnung, der Ball bleibt kürzer im Bett und fliegt flacher | langer Schwung, viel Schlägerkopfgeschwindigkeit |
| Power | weicheres Saitenbett mit mehr Rückstellung | kurzer Schwung, Einsteiger, Doppelspiel |
| Spin | niedrige Reibung im Muster, die Saiten versetzen seitlich und schnappen zurück | Topspin aus der Grundlinie |
| Spielgefühl und Touch | feinere Rückmeldung am Treffpunkt | Stopp, Slice, Angriff ans Netz |
| Armschonung | deutlich weicherer Aufbau, weniger Stoß im Griff | empfindlicher Ellenbogen, nach Tennisarm |
| Allround | Mitte zwischen Standzeit und Komfort | wer eine Saite für alles sucht |
Was über Haltbarkeit und Spielgefühl entscheidet
Haltbarkeit und Komfort ziehen in verschiedene Richtungen. Eine Saite, die wochenlang durchhält, ist steif, und Steifigkeit landet im Arm. Eine weiche Saite spielt angenehm, verliert aber schneller Spannung und reißt früher. Zuerst steht deshalb die Frage, was mehr stört: ständiges Reißen oder ein ziehender Ellenbogen. Als zweites Kriterium kommt die Nebeneigenschaft dazu, denn hier verschiebt sich das Bild. Kontrolle führt diese Spalte mit Abstand, sie steht bei gut einem Drittel der Saiten, danach kommen Power und Spin. Eine haltbare Saite mit Spin als Nebeneigenschaft greift den Ball stärker, weil die Saiten im Muster seitlich versetzen und zurückschnappen. Dritter Punkt ist der Rahmen: ein offenes Besaitungsmuster verlangt mehr Standzeit von der Saite als ein dichtes, und ein steifer Rahmen verträgt weniger steife Saiten. Welche Tennisschläger gespielt werden, gehört deshalb in die Entscheidung. Hybridbespannungen kombinieren beides, etwa eine kontrollstarke Längssaite wie bei Luxilon Tennissaiten mit einer weicheren Quersaite.
Vom Vielspieler bis zum Umsteiger
Wer vier oder fünf Mal pro Woche spielt und die Bespannung regelmäßig durchschlägt, fährt mit einer harten Saite aus der Haltbarkeitsgruppe am günstigsten, sinnvoll als Rolle gekauft. Kirschbaum Tennissaiten und Solinco Tennissaiten sind in diesem Feld zu Hause. Wer nach einer Pause zurückkommt oder zum ersten Mal selbst über die Saite entscheidet, nimmt besser eine Allround- oder Power-Variante und eine etwas niedrigere Härte, weil das Spiel dann weniger Präzision verzeiht und mehr Tempo braucht. Für Spieler mit reizbarem Ellenbogen führt der Weg direkt in die Armschonungsgruppe, notfalls als Hybrid mit weicher Quersaite. Breite Serien quer über alle Eigenschaften liegen bei Head Tennissaiten, was den Wechsel innerhalb einer Marke einfacher macht.
Halle, Sand und kalte Tage
Kälte macht jede Saite härter und spröder. Auf Teppich und Hallenböden bei niedriger Temperatur fällt der Ball kürzer, und eine schon harte Bespannung wird unangenehm, deshalb ziehen manche die Bespannung in der Hallenzeit eine Stufe weicher. Im Sommer auf Sand dreht sich das: Hitze macht das Bett weicher und länger, dazu schmirgelt Sandstaub im Muster und kostet Standzeit. Auch ungespielt verliert eine Bespannung Spannung, Monat für Monat im Schrank. Wer über den Winter pausiert, beginnt die Saison also besser mit einer frischen Saite als mit der vom Herbst.
Saitenstärke, Härte und Lebensdauer
Die Stärke steht in Millimetern auf der Packung. Dünner heißt mehr Spin und mehr Gefühl, dicker heißt mehr Standzeit. Die Härte gibt der Besaiter in Kilogramm vor, weicher für mehr Tempo und Komfort, härter für mehr Kontrolle, immer im Rahmen dessen, was der Hersteller für den Rahmen angibt. Im dichten Besaitungsmuster hält eine dünne Saite länger als im offenen, weil sie seitlich weniger Bewegung mitmacht. Gerissene Saiten gehören komplett heraus, nicht nur die eine Lage, weil der Rahmen sonst einseitig unter Zug steht. Den Wechsel übernehmen wir im eigenen Besaitungsservice. Wer dabei ist, wechselt gleich das Griffband mit, dafür gibt es Tennisgriffbänder in Wickel- und Basisausführung.
Hersteller, Rollen und Preislagen
Am breitesten im Regal steht MSV Tennissaiten, dahinter Head, Yonex, Signum Pro und Kirschbaum. Im Mittelfeld liegen Prince, Luxilon, Polystar, Topspin, Pacific, Solinco, Dunlop und Babolat, kleinere Spezialserien mit eigener Anhängerschaft sind Grapplesnake, Tourna, Völkl und WeissCannon. Preislich beginnt das Feld beim Einzelsatz im unteren einstelligen Bereich, die Mitte liegt um vierzig Euro, und der obere Rand sind Rollen im dreistelligen Bereich. Rollen gibt es von 100 bis 400 Meter; die gängige 200-Meter-Rolle reicht bei zwölf Meter pro Schläger für etwa 16 Bespannungen. Steht die Wahl, spart die Rolle gegenüber dem Einzelsatz deutlich. Der Rest der Ausrüstung steht im übrigen Tennissortiment.
Fragen vor dem Saitenwechsel
Wie oft sollte man neu bespannen, wenn nichts reißt?
Als Richtwert gilt: so oft pro Jahr neu bespannen, wie man pro Woche spielt. Zweimal wöchentlich heißt also zwei Bespannungen im Jahr, auch wenn nichts reißt. Eine ausgespielte Saite verliert zuerst Kontrolle, dann Gefühl. Wer flache Bälle plötzlich lang schlägt, hat meist eine müde Bespannung.
Dünne oder dicke Saite?
Dünn bringt mehr Spin, mehr Gefühl und kürzere Standzeit, dick das Gegenteil. Wer häufig reißt, geht eine Stufe dicker. Wer die Saite kaum durchschlägt, aber mehr Rotation will, geht dünner und nimmt die kürzere Lebensdauer in Kauf.
Was bringt eine Hybridbespannung?
Eine Hybridbespannung kombiniert zwei Saiten: längs die haltbare, kontrollstarke, quer die weichere. Das Ergebnis liegt zwischen beiden und lässt sich gezielt verschieben, etwa mehr Komfort ohne den Spin zu verlieren. Die Mehrarbeit beim Bespannen ist gering, zwei Sätze werden aber angebrochen.
Welche Saite hilft bei Tennisarm?
Eine Saite aus der Armschonungsgruppe, kombiniert mit niedrigerer Härte. Entscheidend ist beides: eine weiche Saite, straff gezogen, schont den Arm kaum. Oft hängen die Beschwerden ohnehin mehr an Griffstärke und Technik als an der Bespannung.
Lohnt eine Rolle gegenüber Einzelsätzen?
Gerechnet auf die gängige 200-Meter-Rolle liegt der Satzpreis etwa ab der zehnten Bespannung deutlich unter dem Einzelsatz, richtig deutlich erst, wenn die Rolle aufgebraucht wird. Voraussetzung ist, dass die Wahl steht, denn eine angebrochene Rolle einer Saite, die nicht passt, bleibt liegen. Kunststoffrollen halten trocken und dunkel gelagert lange, Naturdarm bleibt besser versiegelt und wird zügig verbraucht.
Wie erkennt man, dass die Bespannung durch ist?
Die Saiten verschieben sich nach jedem Schlag und schnappen nicht mehr zurück, an den Kreuzungspunkten sind Kerben zu sehen, und der Klang wird dumpf. Dazu kommt das Spielbild: die Bälle fliegen länger, obwohl der Schwung derselbe ist.